Portikus der Octavia, Archäologische Stätte im Jüdischen Viertel, Rom, Italien
Porticus Octaviae ist eine antike Säulenhalle im jüdischen Viertel Roms, von der heute zwei korinthische Säulen und die Reste eines Giebels am südlichen Zugang stehen. Die rechteckige Anlage umschloss einst zwei Tempel und mehrere öffentliche Räume, von denen Fundamente und Bodenfragmente an mehreren Stellen sichtbar sind.
Augustus gab den Bau im späten 1. Jahrhundert v. Chr. in Auftrag, um eine ältere Säulenhalle zu ersetzen und sie seiner Schwester zu widmen. Im Mittelalter wurden die Ruinen in die Stadtstruktur eingegliedert, und ab dem 12. Jahrhundert entstand hier der Fischmarkt, der bis ins 19. Jahrhundert bestand.
Der Name des Bauwerks erinnert an Octavia Minor, die Schwester des ersten Kaisers, und seine Bögen rahmen heute den Eingang zur Kirche Sant'Angelo in Pescheria. Unter den Säulen und zwischen den Ruinen öffnen sich jeden Tag die Restaurants und Geschäfte des jüdischen Viertels, das seit Jahrhunderten hier besteht.
Der Zugang erfolgt über die Via del Portico d'Ottavia, wo eine Rampe den Besuch auch für Rollstuhlfahrer ermöglicht. Am besten besucht man das Gelände vormittags oder am späten Nachmittag, wenn das natürliche Licht die Säulen und Reliefs gut zur Geltung bringt.
Die Bögen und Säulen dienten viele Jahrhunderte lang als tragende Wand für Häuser und Werkstätten, was ihre Erhaltung begünstigte. Bis heute kann man an den Rückseiten der antiken Blöcke die Spuren von Klammern und späteren Bautechniken erkennen.
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