Anatomieturm, Mittelalterlicher Turm an der Teichgraben-Kreuzung, Jena, Deutschland.
Der Anatomieturm Jena ist ein Rundturm aus Stein mit einer massiven, fensterlosen Basisbereiche und Resten eines achteckigen Obergeschosses, das hohe Fenster hatte. Das Innere war mit hölzernen Sitzbänken und einer zentralen Arbeitsfläche ausgestattet, um Unterricht vor Gruppen zu ermöglichen.
Die Wieße wurde im 13. Jahrhundert als Teil der Stadtmauer Jenas gebaut und diente ursprünglich als Verteidigungspunkt an der südwestlichen Ecke. Später wurde sie in einen Raum für Anatomieunterricht umgebaut und spielte damit eine Rolle in der Entwicklung der medizinischen Ausbildung.
Der Turm war ein Ort für anatomisches Lernen, wo Studenten von erhöhten Plätzen aus Zerlegungen von Leichen beobachten konnten. Diese Art des Unterrichts war eine neue Form des Wissensaustauschs zwischen Lehrenden und Lernenden.
Die Wieße befindet sich an der Kreuzung von Teichgraben und Leutragraben in der Altstadt und ist leicht zu Fuß zu erreichen. Nach der Restaurierung 2016 kann man die Außenseite jederzeit besichtigen, und Informationen zum Zugang zum Inneren sind bei lokalen Stellen erhältlich.
Der Naturwissenschaftler Johann Wolfgang Goethe nutzte die Wieße für seine anatomischen Forschungen und untersuchte dort Kieferknochen von menschlichen Embryonen und Elefanten. Seine Arbeiten zeigten sein breites Interesse für naturwissenschaftliche Themen neben seiner literarischen Karriere.
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