Pamukkale, Thermalquellen in der Provinz Denizli, Türkei
Die weißen Travertinterrassen erstrecken sich über 2700 Meter Länge und fallen 160 Meter den Hang hinab, wobei sie mit mineralreichem Thermalwasser gefüllt sind, das Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius erreicht. Das Wasser fließt aus mehreren Quellen mit einer Gesamtschüttung von etwa 250 Litern pro Sekunde und lagert täglich Kalziumkarbonat ab. Die beckenförmigen Formationen entstehen durch Verdunstung und Kalkausfällung und bilden natürliche Stufenpools in verschiedenen Größen.
Die antike griechische Stadt Hierapolis wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. über den Thermalquellen gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden Kurort der hellenistischen und römischen Zeit. Nach mehreren Erdbeben wurde die Stadt im 1. Jahrhundert n. Chr. umfassend wiederaufgebaut und erhielt monumentale Thermen, Theater und Tempel. Das Christentum verbreitete sich früh in der Stadt, wo der Apostel Philippus im Jahr 80 n. Chr. das Martyrium erlitt. Die Siedlung wurde im 14. Jahrhundert nach einem schweren Erdbeben endgültig aufgegeben.
Der türkische Name Pamukkale bedeutet Baumwollschloss und bezieht sich auf die weißen Kalziumkarbonatablagerungen, die durch jahrtausendelange mineralische Niederschläge entstanden sind. Die Thermalquellen galten bereits in der Antike als heilkräftig und zogen Kranke aus dem gesamten römischen Reich an. Heute ist die Stätte ein Symbol türkischen Naturerbes und zieht jährlich mehr als zwei Millionen Besucher an, die sowohl die geologischen Formationen als auch die archäologischen Überreste erkunden möchten.
Die Anlage ist täglich von 6:30 bis 20:00 Uhr geöffnet, wobei der Zugang über drei verschiedene Eingänge möglich ist. Besucher müssen barfuß auf den Travertinterrassen laufen, um die empfindlichen Formationen zu schützen. Die beste Besuchszeit liegt zwischen April und Juni oder September und November, wenn die Temperaturen gemäßigt sind. Der Eintritt umfasst sowohl die Thermalbecken als auch die archäologische Stätte Hierapolis mit Museum und antikem Theater. Von Denizli aus verkehren regelmäßig Minibusse zur 20 Kilometer entfernten Anlage.
Besucher können im Kleopatra-Becken zwischen versunkenen römischen Säulen schwimmen, die bei einem Erdbeben im 7. Jahrhundert in das antike Bad stürzten. Das 35 Grad warme, kohlensäurehaltige Wasser sprudelt durch die architektonischen Überreste und schafft eine außergewöhnliche Verbindung zwischen Naturphänomen und römischer Ingenieurskunst. Der separate Eintritt zu diesem historischen Thermalbad kostet zusätzlich zum regulären Parkzugang und erlaubt das Baden inmitten von zweitausend Jahre alten Marmorfragmenten und korinthischen Kapitellen.
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