Offizialitätstor, Stadttor in Chartres, Frankreich
Die Porte de l'Officialité ist ein mittelalterliches Stadttor in Chartres, hinter der Kathedrale Notre-Dame gelegen, und war einst Teil der neun Tore, die den geschlossenen Klosterbezirk umgaben. Das aus Berchères-Stein und Feuerstein gemauerte Tor hat einen Rundbogen und bildet den einzigen noch erhaltenen Zugang zu diesem ehemaligen Wohnviertel des Domkapitels.
Das Tor wurde im 13. Jahrhundert errichtet, als das Domkapitel von Chartres einen geschlossenen Bezirk mit Mauern, Gebäuden und Gärten anlegen ließ, der sich über fast 6 Hektar erstreckte. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts wurden die übrigen acht Tore dieses Viertels nacheinander abgebrochen, um Platz für neue Bauten zu schaffen.
Die Porte de l'Officialité verdankt ihren Namen dem nahe gelegenen kirchlichen Gericht, dem sogenannten Officialité, das weltliche und religiöse Rechtsstreitigkeiten behandelte. Der Durchgang markierte früher den Eingang zur Rue Saint-Yves und führte direkt zu den Verwaltungsgebäuden des Kapitels.
Das Tor befindet sich in der Altstadt von Chartres, nahe der Kathedrale, und ist zu Fuß gut erreichbar. Die umliegenden Gassen eignen sich gut für einen Spaziergang, bei dem man die alten Fachwerkhäuser und Überreste der mittelalterlichen Anlage entdecken kann.
Als Königin Marie Leczinska im 18. Jahrhundert Chartres besuchte, musste die Kadranbramte, ein Nachbartor des Klosters, abgebrochen werden, weil ihre Kutsche nicht hindurchpasste. Die Porte de l'Officialité hingegen blieb stehen und ist heute das einzige sichtbare Zeugnis des gesamten Torsystems, das diesen Klosterbezirk einst umschloss.
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