Marine Tor, Stadttor in Aigues-Mortes, Frankreich
Die Porte de la Marine ist ein mittelalterliches Stadttor in der südlichen Ringmauer von Aigues-Mortes, direkt an der Seite, die zum Wasser und zum ehemaligen Hafen zeigt. Das Tor öffnet sich unter einem breiten Rundbogen aus Bruchstein, der für den Durchgang von Menschen und Karren ausgelegt war.
Die Porte de la Marine entstand im 13. Jahrhundert, als König Ludwig IX. Aigues-Mortes als Hafenstadt und Ausgangspunkt für seine Kreuzzüge planen ließ. Die Mauern wurden nach seinem Tod fertiggestellt und bildeten eines der geschlossensten mittelalterlichen Befestigungssysteme Frankreichs.
Die Porte de la Marine verdankt ihren Namen ihrer Lage nahe dem ehemaligen Hafen, wo Waren und Menschen per Schiff ankamen. Wer heute durch das Tor geht, sieht noch die massiven Steine, in die Handwerker kleine Zeichen und Figuren gemeißelt haben.
Das Tor ist Teil des Rundgangs entlang der Stadtmauer und lässt sich gut zu Fuß vom Stadtzentrum aus erreichen. Es empfiehlt sich, den Besuch in der Früh oder am späten Nachmittag zu planen, wenn die Steinmauern im schrägen Licht am besten zu sehen sind.
Im Jahr 1538 trafen sich König Franz I. von Frankreich und Kaiser Karl V. in Aigues-Mortes zu einem seltenen Friedensgespräch, und die Porte de la Marine lag genau an dem Punkt, wo die Delegationen vom Hafen in die Stadt einzogen. Wenige Jahre später, 1542, brach zwischen beiden Mächten erneut Krieg aus, was zeigt, wie kurzlebig dieser Moment war.
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