Hohen Rätien, Mittelalterliche Burgruine in Sils im Domleschg, Schweiz.
Hohenrätien ist eine Burgruine in Sils im Domleschg, Graubünden, die auf einem Felssporn hoch über dem Talgrund thront und die Verbindungsrouten zwischen dem Rheintal und den umliegenden Alpenpässen überblickt. Die Anlage umfasst Mauerreste, die Kirche St. Johann mit ihrem Baptisterium sowie Bereiche, die für Veranstaltungen genutzt werden können.
Der Felsen war bereits in der Bronze- und Römerzeit besiedelt, und der Bau einer Burg begann im 11. Jahrhundert, als die Kontrolle über die Passrouten besonders wichtig war. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten Besitzer und Funktionen mehrfach, bis die Anlage schließlich verfiel und zur Ruine wurde.
Die Kirche St. Johann innerhalb der Anlage war bis zum Jahr 1500 die Hauptpfarrkirche für das linke Rheinufer und diente einer ganzen Region als religiöser Mittelpunkt. Ihre Mauern und das angrenzende Baptisterium sind noch heute gut erkennbar und prägen das Bild der Ruine.
Der Aufstieg zur Anlage ist steil und verläuft über Felsenpfade, weshalb festes Schuhwerk empfehlenswert ist. Es lohnt sich, genügend Zeit einzuplanen, um die verschiedenen Teile der Ruine in Ruhe zu erkunden, da das Gelände uneben ist.
Vor der christlichen Nutzung stand an dieser Stelle vermutlich ein römischer Tempel, der möglicherweise dem Gott Mithras geweiht war. Diese Abfolge von Nutzungen, vom antiken Heiligtum bis zur christlichen Kirche, macht den Felsen zu einem der ältesten religiösen Orte der Region.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.