Vatikanisches Apostolisches Archiv, Nationalarchiv beim Palazzo del Governatorato, Vatikanstadt
Das Vatikanische Apostolische Archiv ist ein nationales Archiv nahe dem Governatoratspalast in der Vatikanstadt, das Kirchenunterlagen und Staatspapiere aus mehr als zwölf Jahrhunderten verwahrt. Die Sammlung erstreckt sich über etwa 85 Kilometer Regalfläche und umfasst mehr als 35.000 gebundene Bände mit Briefen, Bullen, Urkunden und Verwaltungsakten aus allen Epochen der päpstlichen Geschichte.
Papst Paul V. gründete das zentrale Archiv im Jahr 1612, um alle von der römischen Kurie ausgestellten Urkunden an einem Ort zu sammeln. Napoleon ließ große Teile der Bestände während seiner Eroberung nach Paris bringen, die nach seinem Sturz teilweise in den Vatikan zurückkehrten.
Der Name leitet sich vom lateinischen Begriff für verschlossene Dokumente ab und weist auf die jahrhundertelange Vertraulichkeit dieser Sammlung hin. Besucher erleben den Ort heute als streng regulierte Forschungseinrichtung, in der Gelehrte aus aller Welt an langen Holztischen arbeiten und seltene Pergamente studieren.
Der Zugang erfordert Berechtigungsnachweise und eine formelle Genehmigung durch die Verwaltung, wobei nur anerkannte Forscher mit akademischer Anbindung die Leseräume nutzen dürfen. Besucher sollten ihre Anfragen mehrere Monate im Voraus einreichen, da die Genehmigungsverfahren umfangreich sind und die Kapazität begrenzt ist.
Die Sammlung enthält den handschriftlichen Antrag Heinrichs VIII. auf Annullierung seiner Ehe sowie die vollständigen Prozessakten gegen Galileo Galilei. Beide Dokumente zählen zu den am häufigsten angefragten Quellen und ziehen Forscher aus Rechts-, Wissenschafts- und Kirchengeschichte gleichermaßen an.
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