Großvenediger, Alpengipfel in Hohe Tauern, Österreich
Der Großvenediger ist mit 3657 m ü. A. der höchste Berg der Venedigergruppe in den Hohen Tauern und liegt an der Grenze Osttirols zu Salzburg direkt am Alpenhauptkamm. Er ist allseitig stark vergletschert, Schlatenkees und Obersulzbachkees sind durch vier markante Grate getrennt. Auf dem Foto ist die breite Schneekuppe zu sehen, die sich zum Gipfel verengt, darunter Rinnen mit durchscheinendem dunklem Fels und rechts eine Felsschlucht vor dem unteren Hang.
Die Erstbesteigung am 3. September 1841 führte Josef Schwab, genannt Hausstetter Sepp, nicht ein Förster. Die 40 Männer, darunter Ignaz von Kürsinger und der 70-jährige Paul Rohregger, starteten in Neukirchen am Großvenediger und erreichten den Gipfel über das Obersulzbachtal und die Stierlahnerwand; 24 oder 26 Männer kamen bis zum Gipfel. Ein früherer Versuch 1828 mit Erzherzog Johann scheiterte an einer Lawine.
Der Name Großvenediger wurde erstmals 1797 in einem Protokoll einer Grenzbeschau erwähnt; bis dahin hieß der Berg Stützerkopf. Er stammt wohl von durchziehenden venezianischen Händlern, nicht von der 200 km entfernten und vom Gipfel nicht sichtbaren Stadt Venedig. Ignaz von Kürsinger, Teilnehmer der erfolgreichen Erstbesteigung von 1841, prägte die Bezeichnung „weltalte Majestät“.
Der Ostanstieg vom Matreier Tauernhaus über Innergschlöß und die Neue Prager Hütte (2796 m ü. A.) dauert etwa 8 Stunden bei knapp 2200 Höhenmetern, der Abstieg rund 4 Stunden ohne Pausen. Der Südanstieg vom Defreggerhaus gilt als der leichteste und beliebteste. Alle Routen führen über spaltenreiche Gletscher, daher Seil und früher Aufbruch.
Der Name bezieht sich nicht auf die Stadt Venedig, wie lokale Legenden vermuten lassen, da die Stadt vom Gipfel aus nicht sichtbar ist. Diese Fehlannahme ist über die Jahrhunderte zu einem Teil der alpinen Folklore geworden.
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