Hetztheater, ehemaliges Hetzamphitheater in Landstraße, Wien, Österreich
Das Hetztheater war ein kreisförmiges Holzamphitheater nach dem Vorbild römischer Arenen mit drei Rängen und Platz für etwa 3000 Zuschauer. Carl Defraine ließ es 1755 vor dem Stubentor errichten, im heutigen dritten Wiener Gemeindebezirk. Es bestand bis zum Brand am 1. September 1796.
Der französische Unternehmer Carl Defraine gründete das Theater 1755 und betrieb es bis zu seiner Zerstörung 1796. Ein Brand beendete nicht nur das Gebäude, sondern auch eine Ära der öffentlichen Tierunterhaltung in Wien.
Das Wiener Dialektwort „Hetz“ für Spaß und Vergnügen stammt von den Tierhetzen, die hier stattfanden. Die Straße Hetzgasse, in der das Theater stand, trägt den Namen bis heute. Ab den 1780er Jahren dichteten die „Hetzzettel“ den Tieren fiktive Nationalitäten und Biographien an; als mögliche Verfasser gelten die Schriftsteller Johann Rautenstrauch und Joachim Perinet.
Das Theater lag im heutigen dritten Bezirk, und der Straßenname Hetzgasse bezeichnet noch immer den Ort; die Stelle liegt nahe dem ehemaligen Stubentor und ist vom Stadtzentrum zu Fuß erreichbar. Vom hölzernen Amphitheater ist nichts erhalten, man sucht also die Gasse, nicht Reste.
Der Brand am 1. September 1796 tötete zwei Löwen, einen Panther und mehrere Bären; nur ein Wisent überlebte. Kaiser Franz II. erteilte danach keine Bewilligung mehr für Tierhetzen, das Amphitheater wurde nicht wieder aufgebaut, und die Hetzgasse markiert bis heute den Standort.
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