Sauvenière, Ehemaliger Flussarm im Zentrum von Lüttich, Belgien
Die Sauvenière war ein natürlicher Arm der Maas, der sich in mehrere kleine Wasserläufe durch das Zentrum von Lüttich verzweigte. Das Gelände zwischen diesem Flussarm und der Maas bildete eine Insel, auf der sich später das heutige Lateinische Viertel entwickelte.
Im 10. Jahrhundert wurde der Flussarm unter der Leitung von Notger kanalisiert, um seinen Lauf durch das Stadtzentrum zu kontrollieren. Zwischen 1808 und 1844 wurde der Wasserlauf schrittweise zugedeckt, wobei Materialien aus dem abgerissenen Stephansdom verwendet wurden.
Der Name Sauvenière verweist auf die lateinische Bezeichnung für heilige Orte und markiert Bereiche, die einst von geistlicher Bedeutung waren. Heute erkennt man an den Straßenverläufen und dem Gedenkstein noch immer die Form des früheren Wasserlaufs.
Der Boulevard de la Sauvenière verläuft heute dort, wo das Wasser einst floss, und bietet einen einfachen Weg, die historische Route zu erkunden. Es gibt mehrere informative Markierungen und Denkmäler entlang der Straße, die die Lage des früheren Flusses kennzeichnen.
Der Flussarm wurde nicht auf einmal zugedeckt, sondern der Prozess erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte, während die Stadt ihre Infrastruktur modernisierte. Heute sind noch unterirdische Kanäle vorhanden, die Wasser ableiten und ein Relikt dieser ehemaligen Wasserstraße darstellen.
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