Kratzturm, Mittelalterlicher Wehrturm im Bahnhofstrasse-Viertel, Zürich, Schweiz
Der Kratzturm war ein mittelalterlicher Wehrturm in der Bahnhofstrasse in Zürich, ein steerner Bau mit etwa 10 Metern Breite und 35 Metern Höhe. Die Wände waren an der Basis bis zu zwei Meter dick und verjüngten sich nach oben auf etwa einen Meter.
Der Turm wurde 1397 erstmals urkundlich erwähnt und war Teil der Befestigungsanlagen am linken Ufer Zürichs. Im Jahr 1568 wurden sechs Gefängniszellen in das obere Geschoss eingebaut und dienten der Stadt lange Jahre als Gefangenenlager.
Der Turm stand im Kratz-Viertel, einem Wohngebiet der ärmsten Bevölkerung Zürichs, darunter Wäscherinnen, Kesselflicker und der Friedhofsgräber des Fraumünsters. Dieser Ort prägte das soziale Gefüge der Stadt und zeigte die räumliche Verteilung der verschiedenen Bevölkerungsschichten.
Der Turm befand sich an einer zentral gelegenen Stelle in der Stadt und war somit leicht zu Fuß erreichbar. Besucher sollten beachten, dass die Struktur heute nicht mehr existiert und nur historische Erinnerungsorte die Stelle markieren, wo sie einmal stand.
In den 1850er Jahren fungierte der Turm als Wohnraum für den Stadtfeuer-Wächter, der von oben die ganze Stadt überwachte. Diese Nutzung zeigt, wie die alte Befestigung einer modernen Funktion angepasst wurde, als ihre ursprüngliche Rolle an Bedeutung verlor.
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