Kantonsbibliothek Graubünden, Kantonsbibliothek in Chur, Schweiz
Die Kantonsbibliothek Graubünden ist die Studien- und Bildungsbibliothek des Kantons und seit 1905 im 1992 renovierten Archiv- und Bibliotheksgebäude am Karlihof in Chur untergebracht. Sie besitzt rund 430'000 Informationsträger, darunter 1'000 abonnierte Zeitschriften und Zeitungen, 3'200 Tondokumente, 1'400 audiovisuelle Medien und 11'500 Bilddokumente wie Stiche, Fotografien, Landkarten und Plakate; jährlich wächst der Bestand um etwa 9'000 Einheiten. Der Altbestand umfasst rund 120'000 Titel.
Die Bibliothek ging aus der 1804 gegründeten Kantonsschule in Chur hervor, deren Schüler einen Beitrag von einem halben Louis d’or für Bücher entrichteten. Ab 1865/66 erscheint die Bezeichnung «Kantonsbibliothek»; 1883 genehmigte der Kleine Rat die Umwandlung in eine Kantonsbibliothek. 1919 wurde die Trivialliteratur ausgeschieden, und seit 1905 nutzt die Bibliothek das Archiv- und Bibliotheksgebäude am Karlihof, das 1992 renoviert wurde.
Die Raetica-Sammlung umfasst alles, was in Graubünden erscheint oder über den Kanton und seine Bevölkerung handelt, einschliesslich der amtlichen Veröffentlichungen von Kanton, Gemeinden und Gemeindeverbänden. Neben Druckschriften gehören audiovisuelle Medien, Plakate, Grafik und Bildreproduktionen dazu; sie ergänzt die Bestände des Staatsarchivs im selben Gebäude. Zudem bewahrt die Bibliothek rund 120'000 alte Titel auf, darunter eine seltene Gruppe italienischsprachiger antiklerikaler Autoren aus der Reformationszeit.
Die Kantonsbibliothek ist eine öffentlich zugängliche wissenschaftliche Bibliothek und steht allen Personen offen; für die Ausleihe ist ein Bibliotheksausweis nötig, neue Benutzer können sich online einschreiben. Dokumente, die älter als 100 Jahre sind, unersetzbare Medien sowie die Nachschlagewerke im Freihandbereich können nicht ausgeliehen, aber in der Bibliothek konsultiert werden. Medien seit 1983 sind im Online-Katalog des Bündner Bibliotheksnetzes verzeichnet, ältere Bestände im Zettelkatalog, der vor Ort durchsucht werden muss.
Die Bibliothek besitzt rund 120'000 alte Titel, darunter eine Sammlung italienischsprachiger antiklerikaler Autoren aus der Reformationszeit. Laut den Quellen verfügt neben der Vaticana kaum eine andere Bibliothek über eine solche Sammlung aus dieser Zeit. Seit 1951 darf die Bibliothek aufgrund eines gesetzlichen Beschlusses keine Handschriften sammeln; diese befinden sich im Staatsarchiv im selben Gebäude.
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