Schloss Agathenburg, Barockschloss und Museum in Agathenburg, Deutschland.
Schloss Agathenburg ist ein schlichter dreistöckiger Backsteinbau im Stil der niederländischen Renaissance, errichtet als Landsitz für Graf Hans Christoph von Königsmarck und 1655 vollendet. Auf der Hofseite steht mittig ein polygonaler Treppenturm, die Fassade zieren Blendarkaden, und einziger Schmuck ist ein Sandsteinportal. Die Fenster sind asymmetrisch angeordnet, ohne barocke Symmetrie.
Hans Christoph von Königsmarck, Heerführer im Dreißigjährigen Krieg, wurde zum Grafen und Generalgouverneur von Bremen-Verden ernannt und ließ im Dorf Lieth ein Landschloss errichten; 1655 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Von 1656 bis 1660 in brandenburgisch-preußischer Gefangenschaft, starb er 1663, sodass seine Frau Agathe von Leesten, nach der das Schloss benannt ist, hier ihren Hauptwohnsitz hatte. Bis 1694 blieb es in Familienbesitz; 1740 kaufte es das Kurfürstentum Hannover und stellte es ab 1753 der Verwaltung Stades zur Verfügung. Ein Brand am 26. April 1921 zerstörte die Innenräume, nur Außenmauern und Treppenturm widerstanden.
Der Name Agathenburg geht auf Agathe von Leesten zurück, die Frau des Erbauers Hans Christoph von Königsmarck; er wurde vom alten Dorf Lieth übertragen, und wer den neuen Namen ignorierte, soll mit der Reitpeitsche bestraft worden sein, wer ihn richtig verwendete, mit einem Taler belohnt. Heute bietet die Kulturstiftung Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Konzerte von Klassik bis Jazz, Lesungen und Schreibwerkstätten, dazu ein Café und einen Museumsshop.
Das Schloss steht oberhalb eines steilen Geesthangs; von der Terrasse der Nordseite reicht der Blick weit über die Elbmarsch. Der Gewölbekeller aus dem 17. Jahrhundert wird saniert, und durch den Anbau eines Fahrstuhls soll das ganze Schloss barrierefrei werden. Der große Pferdestall steht heute linkerhand des Schlosses; er wurde 1881 an diese Stelle versetzt.
Der Skulpturengarten verbindet traditionelle Gestaltungselemente wie Buchsbaumhecken und Rosenpflanzungen mit zeitgenössischen Kunstwerken. Diese Mischung schafft einen unerwarteten Dialog zwischen historischer Gartenkunst und moderner künstlerischer Ausdrucksweise.
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