Isenburger Schloss, Renaissanceschloss in Offenbach am Main, Deutschland
Das Isenburger Schloss ist ein Renaissancebau mit lachsrot verputzten Mauern und dunkelgrauen Schieferdächern. Der linke Hauptblock trägt ein steiles Walmdach und drei Fensterreihen, teils mit weißen Rahmen; mittig erheben sich ein hoher quadratischer Turm mit Schieferspitze und ein kleineres Türmchen. Ein langer Flügel mit offenen Arkaden in den unteren Geschossen reicht nach hinten bis zu einem Rundturm mit Kegeldach. Als Vierflügelschloss geplant, wurde es nie vollendet.
Vorläufer war eine 1394 von Werner von Falkenstein erbaute Wasserburg; das Renaissance-Schloss wurde 1559 fertiggestellt, brannte 1564 völlig nieder und wurde wieder aufgebaut, wobei die Galerien der Südseite entstanden. Von 1628 bis 1711 war es Residenz der Grafen von Isenburg-Offenbach, und 1741 tagte hier ein Kongress zur Reform der Reichsverfassung. 1900 ging es aus Privatbesitz an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt über.
Der Name Isenburg stammt von der Grafenfamilie, die hier über Generationen herrschte. Die beiden Türme auf der Südseite prägen das Erscheinungsbild und erinnern an die defensive Funktion dieses Ortes.
Das Gebäude wird heute von einer Kunsthochschule genutzt, was bedeutet, dass nicht alle Bereiche für Besucher zugänglich sind. Es ist ratsam, vorher zu prüfen, welche Teile besichtigt werden können und wann Führungen oder öffentliche Veranstaltungen stattfinden.
Ab 1787 nahm das Schloss Jakob Joseph Frank auf, den Führer des Frankismus, der in Polen-Litauen gebannt worden war. Fürst Wolfgang Ernst II. gewährte ihm Schutz; Frank lebte hier bis zu seinem Tod 1791 als selbsternannter Baron von Offenbach, umgeben von rund 400 Anhängern. Danach führte seine Tochter Eva Frank das Haus bis 1816.
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