Dominikanerkirche, Barockkirche in Münster, Deutschland
Die Dominikanerkirche an der Salzstraße im Zentrum von Münster wurde 1705 bis 1725 nach Entwürfen von Lambert Friedrich Corfey erbaut. Der rote Backsteinkörper hat eine zweigeschossige Eingangsfassade aus hellem Sandstein mit dorischen Säulen und in seitlichen Rundnischen die Statuen der Ordenspatrone Dominikus und Thomas von Aquin. Über der Vierung erhebt sich eine dunkle Kuppel mit Laterne und goldenem Kreuz, rechts steht ein quadratischer Backsteinturm mit segmentierter Haube.
Die Kirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts unter der Leitung des Architekten Lambert Friedrich Corfey als Teil eines Dominikanerklosters errichtet. Nach der Säkularisierung im frühen 19. Jahrhundert verlor das Gebäude seine ursprüngliche religiöse Nutzung und wurde im Laufe der Zeit für andere Zwecke umgewidmet.
Seit 2018 hängt unter der Vierungskuppel Gerhard Richters Zwei graue Doppelspiegel für ein Pendel: Eine 48 Kilogramm schwere Messingkugel an einem 29 Meter langen Seil schwingt über einer Bodenplatte mit zwölfteiligem Kranz von 5,6 Metern Durchmesser, die sich in rund 30 Stunden einmal unter dem Pendel wegdreht. An den Vierungswänden hängende Spiegel werfen das Bild des Pendels und der Besucher zurück und beziehen den Betrachter in das Kunstwerk ein. Die Einrichtung kostete 650.000 Euro, überwiegend aus Drittmitteln.
Die Kirche steht an der Ecke Salzstraße/Julius-Voos-Gasse, rund 130 Meter südöstlich der Lambertikirche. Sie wurde 2017 profaniert, es finden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt, und feste Öffnungstage gibt es nicht; der Zugang hängt von Veranstaltungen oder der Universitätsgemeinde ab. Die erhaltene Klostermauer grenzt an die Nordwestecke.
Im Nordturm hängt eine Glocke aus dem Jahr 1670, die damit älter ist als die Kirche selbst. Sie läutet noch heute und gehört damit zu den ältesten noch genutzten Glocken der Stadt.
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