Solbad Wittekind, Denkmalgeschützter Heilbadkomplex in Halle, Deutschland.
Das Solbad Wittekind ist eine Kuranlage im Hallenser Stadtteil Giebichenstein, die 1923 bis 1925 nach Entwürfen von Stadtbaurat Wilhelm Jost neu errichtet wurde. Das zentrale Badehaus ist nach Art barocker Lustschlösser auf U-förmigem Grundriss mit hohen Walmdächern und zwei zweigeschossigen Kopfbauten angelegt; das Halboval öffnet sich zu einer Parkanlage, ein ovaler Mittelpavillon mit großen Rundbogenfenstern bildet den Haupteingang. Das 1855 von Friedrich August Stüler erbaute Gesellschaftshaus ist ein zwei- bis dreigeschossiger Putzbau der Neorenaissance und schließt das Ensemble im Westen ab.
Die Salzgewinnung in Giebichenstein reicht bis in prähistorische und mittelalterliche Zeit zurück; die Quelle wurde zugeschüttet, nachdem das Kloster Neuwerk im 13. Jahrhundert das Salzsieden aufgab. 1846 ließ der Kaufmann Heinrich Thiele den alten Brunnen wieder ausgraben und errichtete auf dem Gelände des Schmohlschen Gartens, einer Gastwirtschaft, auf Anraten von Peter Krukenberg und Richard von Volkmann ein Solebad. Seine Blütezeit lag zwischen 1850 und 1880; 1909 erwarb die Stadt die Grundstücke und übernahm zum 30. Dezember 1913 den Betrieb. Nach jahrzehntelangen fehlenden Instandsetzungen und schlechterer Solequalität wurde das Bohrloch auf eine Sole mit 3 % Salzgehalt vertieft und 1923 bis 1925 nach Entwürfen von Stadtbaurat Wilhelm Jost ein neues Badehaus, ein Verwaltungsbau und Kolonnaden errichtet.
Der Bildhauer Gustav Weidanz, damals Lehrer an der Burg Giebichenstein, schuf die Brunneneinfassung und zwei Portalfiguren aus grüner Keramik für den Eingang des Badehauses von 1925; beide sind heute verschollen. Die Kolonnaden, die bei der Sanierung 2012 bis 2017 abgetragen und neu aufgebaut wurden, beherbergen jetzt die Kita der Evangelischen Bartholomäusgemeinde.
Die Anlage liegt in der Wittekindstraße am Fuß des Reilsberges, unmittelbar nördlich an den Bergzoo angrenzend; südlich gegenüber befindet sich Reichardts Garten. Das Badehaus dient heute mit Therapieeinrichtungen als Gesundheitszentrum, und in den aus statischen Gründen abgetragenen und neu aufgebauten Kolonnaden hat die Kita der Evangelischen Bartholomäusgemeinde ihr Domizil. Saniert wurde von 2012 bis Oktober 2017.
Der Solebrunnen, der die Bäder speiste, wurde verschlossen und ist heute verschollen; der Bildhauer Gustav Weidanz, Lehrer an der Burg Giebichenstein, schuf die Brunneneinfassung und zwei Portalfiguren aus grüner Keramik für den Eingang des Badehauses, die alle nicht mehr vorhanden sind.
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