Kanzler-Teehaus, Teehaus im Park des Palais Schaumburg, Bonn, Deutschland.
Das Kanzler-Teehaus steht am Rheinufer im Park von Palais Schaumburg und besitzt eine unterirdische Kammer von etwa 25 Quadratmetern, eine kleine Küche und eine Terrasse mit Blick auf das Wasser. Der Bau verbindet Funktionalität mit einem freien Blick auf die Landschaft.
Der 1955 auf Wunsch Konrad Adenauers errichtete Bau steht auf den Fundamenten einer Gartenhalle von Johann Georg Eberlein, die zur 1955 abgerissenen Villa Selve gehörte. Er diente den Kanzlern für vertrauliche Gespräche außerhalb des Protokolls, weshalb keine Gästelisten geführt wurden. Nach dem Umzug der Regierung nach Berlin 1999 verlor das Teehaus seine dienstliche Funktion und wurde 2001 unter Denkmalschutz gestellt.
Das Teehaus wurde von Adenauers Mitarbeitern und später im Volksmund „Konradsruh“ genannt. Da die Begegnungen dort außerhalb des offiziellen Protokolls stattfanden, wurden keine Gästelisten geführt. Vor seinen Reisen in die USA lud Adenauer dort regelmäßig die US-Pressekorrespondenten ein.
Das Teehaus ist nicht frei zugänglich: Seit April 2011 ist es nur im Rahmen von Führungen des Besucherdienstes des Hauses der Geschichte zu besichtigen, zusammen mit dem Kanzlerbungalow. Es liegt am unteren Ende des Parks von Palais Schaumburg am Wilhelm-Spiritus-Ufer, die Terrasse blickt auf den Rhein.
Im Juni 1989 führten Bundeskanzler Helmut Kohl und der sowjetische Führer Michail Gorbatschow hier Gespräche über die deutsche Wiedervereinigung. Dieses Treffen war ein bedeutender Moment für die politische Zukunft Europas.
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