St. Wigbert, Katholische Pfarrkirche in Erfurt, Deutschland.
Die Wigbertikirche ist eine katholische Filialkirche in der Erfurter Altstadt, die in ihrer heutigen Gestalt zwischen 1409 und 1473 entstand. Der Turm von 1409 trug einst eine bewohnte Feuerwachtstube, und im spätgotischen Innenraum steht seit 1996 der Flügelaltar aus St. Walpurgis in Großengottern. Die Fenster zum Thema „Aufbrüche“ wurden bei der 2004 abgeschlossenen Sanierung eingebaut.
Seit der Mitte des 10. Jahrhunderts besteht hier eine Pfarrei; die heutige spätgotische Kirche wurde 1473 geweiht, der Turm stammt von 1409. St. Wigbert war in der Reformationszeit zwischen Katholiken und Protestanten umstritten und ist seit 1606 katholisch, ausgenommen die Schwedenzeit des Dreißigjährigen Kriegs, als sie protestantische Garnisonskirche war. Von 1651 bis 1822 diente sie zudem als Klosterkirche der Augustinereremiten.
Patron ist der heilige Wigbert, ein Gefährte des Diözesangründers Bonifatius; sein Fest ist der 13. August. Seit 1996 steht in der Kirche der gotische Flügelaltar aus der St.-Walpurgis-Kirche in Großengottern, ein Stück, nach dem man im Inneren Ausschau halten kann.
Der Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg im Hof ist seit 2005 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich; er wird vom Innenhof und nicht von der Straße aus betreten. Die Kirche liegt neben dem Standort der Barfüßerkirche, die am 25. November 1944 durch eine Luftmine zerstört wurde. In den 1950er und 1990er Jahren wurde das Innere umgestaltet, ab 2003 folgte eine umfangreiche Gebäudesanierung.
Der Turm stammt von 1409 und wurde 1563 zum Feuerwachturm umgebaut; bis 1878 war er zu diesem Zweck bewohnt. Die Feuerwächter lebten also im Turm, der damit einer der bewohnten Wachtürme Erfurts und kein reines Militärbauwerk war.
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