Geschäftsgebäude für die Zivilabteilungen des Landgerichts Berlin I und des Amtsgerichts Berlin I, Zivilgerichtsgebäude in Berlin-Mitte, Deutschland
Das Amtsgericht I und Landgericht I ist ein viergeschossiger Putzbau, der von 1896 bis 1904 in mehreren Bauabschnitten an der Littenstraße 12–17 Ecke Grunerstraße entstand. Die Blockrandbebauung mit vier innen liegenden Querflügeln bildet zwölf unterschiedlich große Innenhöfe. Die fünfachsige Hauptfassade an der Littenstraße gliedern ionische Kolossalpilaster, in der Mitte sitzt ein Giebel; das Erdgeschoss ist rustiziert. Im Inneren erstreckt sich eine überwölbte Halle über alle Geschosse, und das Haupttreppenhaus überspannt ein kleeblattförmiges Gewölbe von 23 Metern Spannweite, 35 Metern Länge und 28 Metern Scheitelhöhe auf Säulenpaaren.
Der Komplex entstand in Bauabschnitten von 1896 bis 1904 auf einem fiskalischen Grundstück, auf dem ein älteres Kadettenhaus seit dem Gerichtsverfassungsgesetz von 1879 als Gerichtsgebäude diente. Die Vorentwürfe kamen aus dem preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten unter Paul Thoemer und Rudolf Mönnich; Otto Schmalz leitete die Ausführung und fügte zwei Treppenhäuser sowie den Mitteltrakt an der Littenstraße hinzu. In der DDR waren hier das Oberste Gericht der DDR und das Stadtgericht Berlin untergebracht.
Der Bauschmuck wurde nach Modellen des Bildhauers Otto Richter ausgeführt; seine Jugendstilformen waren für die preußische staatliche Bauverwaltung ungewöhnlich. In den Fluren der unteren Geschosse ziehen sich beiderseits 50 cm breite Streifen vollfarbig roter Fliesen entlang, zusammen mit Türrahmungen aus rotem Sandstein. Die Türen zum Flur sind in beiden Hauptgeschossen aus Eichenholz.
Das Gebäude ist ein Gericht im Betrieb: Sitzungssäle und Büros sind nicht für Touristen geöffnet, und Verhandlungen lassen sich nur auf den ausgewiesenen öffentlichen Plätzen verfolgen. Der Haupteingang an der Littenstraße führt in das überwölbte Vestibül; am Eingang findet eine Sicherheitskontrolle statt. Der Komplex liegt einen Häuserblock von der U-Bahn-Station Klosterstraße entfernt, und die Innenhöfe sind keine öffentlichen Durchgänge.
Das große Haupttreppenhaus wird von einem kleeblattförmigen Gewölbe überspannt, das auf Säulenpaaren ruht: 23 Meter Spannweite, 35 Meter Länge, 28 Meter Scheitelhöhe. Die Schauseiten sind in Cottaer Sandstein gearbeitet, die Haupttreppe ist als doppelter Wendelstein gestaltet. Die Flurdecken führen Koenen'sche Voutendecken, eine vom Bauingenieur Mathias Koenen für dieses Bauwerk entwickelte Bauweise.
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