Heidenloch, Mittelalterlicher Bergbauschacht am Heiligenberg, Heidelberg, Deutschland.
Der Heidenloch ist ein senkrechter Schacht auf dem Heiligenberg bei Heidelberg, der etwa 55 Meter tief und zwischen 3 und 4 Meter breit ist. Die gesamte Wandfläche ist mit Backsteinen ausgekleidet, was dem Schacht seine Form und Stabilität verleiht.
Im Jahr 1936 erkundeten Mitarbeiter des Pfälzischen Museums den Schacht und fanden dabei Metallobjekte wie Schlüssel, Hufeisen und Steigbügel. Diese Funde deuten darauf hin, dass der Schacht über viele Jahrhunderte hinweg genutzt wurde.
An der Wand des Schachts, etwa 22 Meter tief, ist eine einfache Linienzeichnung eines Frauengesichts in den Stein geritzt, die noch heute sichtbar ist. Diese Spur zeigt, dass Menschen diesen Ort über lange Zeiträume aufgesucht und hinterlassen haben.
Ein Schutzgebäude aus dem Jahr 1987 deckt die Öffnung ab und erleichtert den Zugang für Besucher und Forscher. Festes Schuhwerk wird empfohlen, da der Heiligenberg mit Waldpfaden bedeckt ist; die Tiefe des Schachts bleibt das ganze Jahr über kühl.
Obwohl der Schacht wie ein Brunnen aussieht, haben Forscher nie eine Wasserquelle am Grund gefunden, was seine ursprüngliche Funktion weiterhin rätselhaft macht. Manche Theorien deuten auf eine rituelle Nutzung in keltischer Zeit hin, aber keine konnte bisher bestätigt werden.
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