Spreetunnel Stralau-Treptow, Straßenbahntunnel unter der Spree in Berlin, Deutschland
Der Spreetunnel Stralau-Treptow ist ein 454 Meter langer eingleisiger Tunnel, der 12 Meter unter der Spree verläuft und die Stralauer Halbinsel mit dem Treptower Park verbindet. Die Anlage besteht aus Zugängen, Bahnsteigen und den erhaltenen Strukturen des früheren Betriebs unter Wasser.
Der Tunnel wurde zwischen 1895 und 1899 gebaut und war Deutschlands erste Anwendung der Schildvortriebsmethode für unterirdischen Bau unter Wasser. Der Betrieb endete 1932 wegen Schäden an der Struktur, danach diente der Tunnel als Luftschutzbunker während des Zweiten Weltkriegs.
Der Tunnel war unter Berlinern als "Knüppelbahn" bekannt, weil Fahrer an jedem Eingang Holzstöcke austauschten, um den Verkehr zu regeln. Diese ungewöhnliche Methode prägte den Charakter dieser Strecke und machte sie zu einer Besonderheit im Berliner Nahverkehr.
Der Tunnel ist heute für Besucher zugänglich und zeigt die Ingenieurtechnik aus der Gründerzeit sowie spätere Umbauten aus der Kriegszeit. Die beste Zeit zum Besuch ist bei gutem Wetter, da die Struktur in ihrer industriellen Umgebung am eindrucksvollsten wirkt.
1996 fanden Arbeiter bei Inspektionen einen besonders gut erhaltenen Luftschutzbereich mit originalen Einrichtungen aus den 1940er Jahren vor. Diese Entdeckung gab Einblicke in die Lebensbedingungen während der Luftangriffe auf Berlin.
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