Normannenhaus Jena, Neo-romanischer Veranstaltungsort in Jena, Deutschland
Das Normannenhaus ist ein neoromanisches Gebäude in Jena mit vier großen Sälen. Die Räume verfügen über bis zu sieben Meter hohe Decken und verbinden historische Architektur mit modernen Einrichtungen wie Audiosystemen, Tageslichtprojektoren und LED-Beleuchtung.
Der Mannheimer Architekt Georg Ludwig Freed entwarf das Haus für die Akademische Turnerschaft Normannia, die aus dem Pharmazeutisch-Naturwissenschaftlichen Verein hervorging und 1885 ihren Namen annahm. 1897 begannen die Bauarbeiten, am 30. Juli 1898 wurde das Haus eingeweiht. 1938 verboten die Nationalsozialisten die Turnerschaft und enteigneten das Gebäude; 1945 konfiszierte die sowjetische Militäradministration es und übergab es der Friedrich-Schiller-Universität. Ab 1947 änderte die Universität den Grundriss und mauerte die ursprünglichen Bleiglasfenster des Festsaals zu.
Der Name stammt von der Akademischen Turnerschaft Normannia, einem Studentenverein, der zunächst Pharmazeutisch-Naturwissenschaftlicher Verein Jena hieß, dann Pharmazia und ab 1885 Turnerschaft Normannia. Mitglieder waren unter anderem Georg Sattler und Ernst Sarfert. Nach 1945 ging das Haus an die Friedrich-Schiller-Universität und wurde später von der Christengemeinschaft, als Kindergarten, vom Institut für Dialektischen Materialismus, als Jugendclub und von der Jenaer Philharmonie genutzt.
Das Gebäude liegt in der Jenaer Innenstadt, nicht auf einem Hügel. Bei der Restaurierung 2017 dienten die im Stadtarchiv Worms erhaltenen Pläne dazu, den Originalzustand von Haus und Garten wiederherzustellen; der Garten gehört daher zum Besuch. Das Kneipzimmer im Erdgeschoss fasste 44 Personen und ließ sich vergrößern, der Festsaal im Obergeschoss bot Platz für mehr als 100.
Von den Plänen von 1897 sind Späne der Originaltreppe und Mustertapeten wie Original Linkrusta erhalten; die Sanierung ab 2017 nutzte die Bauunterlagen aus dem Stadtarchiv Worms. Detailzeichnungen gibt es zum Balkongeländer der Ostseite, zu den Zinkprofilen der Fahnenstange im Vorgarten und zum herausnehmbaren Glasverschlag zwischen den beiden Kneipzimmern.
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