Eremitenklause Börrstadt, Felsenkapelle und Eremitage in Börrstadt, Deutschland
Die Eremitenklause ist eine in den Fels gehauene Kapelle mit Resten einer Einsiedlerwohnung am Fuße des Donnersbergs, etwa einen Kilometer nordwestlich des Hahnweilerhofs. Ein rechteckiger, etwa vier mal drei Meter großer Vorraum ohne Dach liegt vor der Kapelle; seine Südwand enthält den 1,80 Meter hohen Eingang. Der Kapellenraum misst etwa 2,5 mal 4 Meter bei 3 Metern Höhe und zeigt ein mittelalterliches Kreuzgratgewölbe im Fels sowie eine Fensteröffnung über dem Eingang.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1468, als das umliegende Waldgebiet bereits „Klausenbusch“ hieß, was auf eine alte Einsiedlertradition schließen lässt. 1707 vermerkt das Kirchenbuch von Dreisen, dass ein Kind der Familie Schöffer in der „cellula saxea prope Hanweiler“ getauft wurde. Eine beim untergegangenen Dorf Hanweiler erwähnte Gangolfkapelle könnte mit dieser Felsenkapelle identisch sein.
Der Name der Klause lebt im umgebenden Wald weiter, der bereits 1468 Klausenbusch hieß. Eine örtliche Sage erzählt von zwei Kindern des Hahnweiler Hofes, die an der Quelle tranken und darin ein altes Männchen erblickten; dessen Stab, in den Boden gesteckt, wuchs zu einer mächtigen Weißbuche heran. Die Erzählung verwebt die Legende des Hl. Gangolf, dessen Stab ebenfalls eine Quelle entspringen ließ.
Die Klause liegt etwa einen Kilometer nordwestlich des Hahnweilerhofes im Südhang eines kleinen Tälchens; der Zugang erfolgt zu Fuß von der Nordseite des Tälchens. Die Quelle an der Kapelle entspringt dort und fließt nach Osten; seit 1911 wird der Hauptteil ihres Wassers als Trinkwasser in Röhren zum Hahnweilerhof geleitet, nur ein geringer Rest gelangt in die steinerne Quellfassung.
In der Südwand des offenen Vorraums sind oberhalb des Kapelleneingangs noch deutliche Querrillen zu sehen, in die einst das Pultdach der Einsiedlerwohnung eingefügt war. Eine Fensteröffnung links über dem Eingang belichtete den Altar auch dann, wenn der Vorraum überdacht war. Die Quelle neben der Klause liefert seit 1911 Trinkwasser für den Hahnweilerhof.
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