Laubenganghäuser Dessau-Törten, Modernistischer Wohnkomplex in Dessau, Deutschland
Das Laubenganghaus ist ein Wohnkomplex in Dessau mit fünf dreistöckigen Gebäuden, die durch offene Korridore an der Nordfassade miteinander verbunden sind und jeweils sechs Wohnungen pro Stockwerk über Außengänge und separate Treppentürme erschließen. Jede Wohnung hat etwa 47 Quadratmeter Fläche, verfügt über Küche, Bad, Zentralheizung und bietet optimale Lichtverhältnisse durch nach Süden ausgerichtete Wohnräume und nach Norden ausgerichtete Nebenräume.
Das Gebäude entstand zwischen 1929 und 1930 unter Hannes Meyer, dem damaligen Leiter des Bauhaus, und war das erste große gemeinschaftliche Projekt der architektonischen Abteilung der Schule. Es markierte einen Wendepunkt in der Bauhaus-Philosophie, die sich erstmals auf die Schaffung bezahlbaren Massenwohnungsbaus konzentrierte.
Der Entwurf sah gemeinsame Gartenhöfe, Spielplätze für Kinder und Gemüsegärten vor, die Meyers Philosophie widerspiegeln, wonach die Bedürfnisse der Gemeinschaft vor dem individuellen Luxus standen. Die Bewohner nutzten diese Räume als alltägliche Treffpunkte und teilten die Verantwortung für ihre Instandhaltung.
Der Komplex liegt im Stadtteil Dessau-Roßlau und ist am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar, da die unmittelbare Umgebung verkehrsberuhigt gestaltet ist. Besucher können das Äußere der Gebäude frei erkunden, die Innenseite bleibt jedoch privater Wohnraum mit eingeschränktem Zugang.
Das Gebäude kombiniert Backsteinfassaden mit Stahlbetonumrahmungen und nutzt sowohl Holz- als auch Stahlfensterrahmen, was zu einer vielfältigen architektonischen Erscheinung führt. Diese Mischung aus Materialien war damals experimentell und zeigt die Übergangslösung zwischen traditionellen und modernen Bautechniken.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.