Kloster Iviron, Orthodoxes Kloster auf dem Berg Athos, Griechenland
Das Kloster Iviron ist ein ummauertes orthodoxes Kloster an der Nordostküste der Halbinsel Athos, errichtet auf den Ruinen der antiken Stadt Kleonai. Die langen Fassaden aus verwittertem grauem Stein tragen Reihen rechteckiger Fenster unter Dächern aus rotorangen Ziegeln, darüber zwei Kuppeln und ein hoher quadratischer Turm mit Pyramidendach. Die Anlage bildet ein Viereck aus hohen Mauern mit Schießscharten; im Inneren steht die Katholikon genannte Hauptkirche, die der Entschlafung der Gottesmutter geweiht ist.
Gegründet wurde das Kloster 980–983 vom georgischen Mönch Johannes von Iviron, der zuvor in der Großen Lavra gedient hatte; errichtet wurde es mit Mitteln des georgischen Königshauses Bagrationi auf den Ruinen der antiken Stadt Kleoni, wo einst ein Poseidonheiligtum stand. 1259 zerstörten Unionisten es fast vollständig; 1285 folgten lateinische Angriffe, 1306 verwüsteten katalanische Piraten es. Ein Patriarchenerlass übergab es 1357 der griechischen Verwaltung.
Der Name des Klosters stammt von Iberien, dem griechischen Wort für Georgien, da georgische Mönche es gründeten. Seine Bibliothek umfasst etwa 2.000 Handschriften und 20.000 gedruckte Bücher, vor allem in georgischer, griechischer, hebräischer und lateinischer Sprache. Die wundertätige Gottesmutterikone von Iviron, Portaitissa oder Torhüterin genannt und seit dem 9. Jahrhundert verehrt, wird in einer Kapelle beim Tor aufbewahrt; der Überlieferung nach fand der Mönch Gabriel sie 1004 auf dem Wasser.
Nur männliche Besucher dürfen die Halbinsel betreten, und sie benötigen eine Erlaubnis, die mehrere Wochen im Voraus beantragt werden muss. Lange Hosen und Kleidung, die Arme und Schultern bedeckt, sind innerhalb der Klostermauern erforderlich.
Das Tor der Anlage schließt sich abends und öffnet sich erst am nächsten Morgen wieder, sodass das Leben innerhalb der Mauern einem festen Rhythmus folgt. Auf dem Gelände gibt es mehrere Kapellen außerhalb der Hauptkirche, von denen einige ihre eigenen Fresken aus unterschiedlichen Jahrhunderten zeigen.
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