Chemin de Fer de Petite Ceinture, Ringbahnlinie in Paris, Frankreich.
Die 32 Kilometer lange Bahnstrecke umschließt das innere Paris in einem Kreisbogen und verläuft durch verschiedene Stadtbezirke über Tunnel, Brücken und Hochtrassen. Entlang der Route befinden sich zahlreiche stillgelegte Bahnhöfe, deren Architektur aus dem 19. Jahrhundert teilweise noch erkennbar ist. Einige Abschnitte wurden in Grünflächen umgewandelt, während andere Teile weiterhin für den Güterverkehr genutzt werden.
Der Bau begann 1852 unter Napoleon III., um die großen Kopfbahnhöfe der Stadt miteinander zu verbinden. Die vollständige Ringverbindung für den Personenverkehr wurde 1869 eröffnet und transportierte bis zu 39 Millionen Fahrgäste jährlich um die Jahrhundertwende. Der Personenverkehr wurde 1934 eingestellt, da die unterirdischen Métro-Linien das System ersetzt hatten, während Gütertransporte auf einigen Abschnitten bis heute fortbestehen.
Die Strecke spielte eine entscheidende Rolle beim Transport von Gütern und Passagieren zwischen den großen Pariser Bahnhöfen und verband die verschiedenen Viertel der Stadt miteinander. Vor dem Aufbau des Métro-Systems nutzten täglich Zehntausende Pendler diese Ringbahn für ihre Fahrten durch die Hauptstadt. Nach der Stilllegung des Personenverkehrs entwickelte sich die Trasse zu einem Symbol für urbane Transformation und wurde zum Schauplatz verschiedener künstlerischer Projekte.
Mehrere Abschnitte der ehemaligen Bahntrasse sind heute als öffentliche Wege zugänglich und bieten Routen zum Spazierengehen oder Radfahren. Der Zugang erfolgt über verschiedene Punkte in Stadtteilen wie dem 12., 15., 16. und 18. Arrondissement. Einige Bereiche sind saisonal oder zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit geöffnet, während andere dauerhaft geschlossen bleiben.
Entlang der Strecke befinden sich 12 Tunnel und 24 Brücken, wobei verlassene Bahnhöfe seit Jahrzehnten von Vegetation überwuchert werden. In den 1990er Jahren dienten Teile als Drehort für mehrere französische Filme. Die Station Petite Ceinture-Auteuil beherbergt heute ein Restaurant, während andere ehemalige Bahnhofsgebäude zu privaten Wohnungen oder Ateliers umgebaut wurden.
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