Cap 110, Sklaverei-Gedenkstätte in Le Diamant, Martinique.
Cap 110 ist ein Denkmal aus fünfzehn hellgrauen Stahlbetonbüsten, jede 2,50 m hoch, 1,50 m breit und 4,5 Tonnen schwer, die in einer Dreiecksgruppe auf einem grasbewachsenen Hang in Anse Caffard stehen, dem Karibischen Meer und dem Rocher du Diamant zugewandt. Die Büsten neigen sich leicht nach vorn, und die vorderste am linken Ende der Reihe wirkt am größten.
In der Nacht vom 8. auf den 9. April 1830 strandete ein Schiff des illegalen Sklavenhandels an den Felsen von Anse Caffard und wurde zerstört. Der Verwalter der Habitation La Tournelle rettete 86 Gefangene; am nächsten Tag wurden 46 Leichen an der Küste gefunden, 42 Schwarze und 4 Weiße. Der Name des Schiffs bleibt unbekannt; es war der letzte Schiffbruch eines Sklavenschiffs in Martinique.
Jedes Jahr am 22. Mai, dem Fest der Abschaffung der Sklaverei auf Martinique, finden am Denkmal öffentliche Veranstaltungen statt. An Allerheiligen beleuchten die Martinikaner das Monument zum Gedenken an die Verschwundenen. Das Weiß des Betons verweist auf Trauer, die Farbe der Grabarchitektur in den Antillen und Westafrika.
Der Ort ist das ganze Jahr über frei zugänglich und erfordert keine Eintrittsgebühr, wobei man die Statuen direkt von der Küstenstraße von Le Diamant erreichen kann. Besucher können die Klippen bei Tageslicht erkunden, besonders morgens oder am späten Nachmittag, wenn das Licht schön auf die Figuren fällt.
Jede der Betonstatuen wiegt etwa vier Tonnen und wurde mit Sand aus Trinidad und Tobago gefüllt, wodurch diese Materialien miteinander verbunden werden. Die Ausrichtung der Figuren folgt einem präzisen geometrischen Plan, bei dem sie in einem Winkel von 110 Grad nach Afrika weisen.
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