Fontaine du Fellah, Brunnen im 7. Arrondissement, Paris, Frankreich
Die Fontaine du Fellah ist ein 2,8 Meter hoher Wandbrunnen in der Rue de Sèvres aus hellgrauen Steinblöcken. Ein gemeißelter Adler mit ausgebreiteten Flügeln sitzt über einer leeren rechteckigen Platte, und eine vertiefte Nische birgt eine lebensgroße Statue mit ägyptischer Kopfbedeckung und plissiertem Schurz, die in jeder gesenkten Hand ein rundes Gefäß hält. Die barfüßige Figur steht auf einem Sockel über einem halbkreisförmigen Becken mit einem gemeißelten Kopf in der Mitte.
Der Brunnen wurde 1806 während Napoleons Herrschaft errichtet und war Teil eines Netzes von 15 Wasserbauten, die Wasser vom Canal de l'Ourcq verteilten. Diese Struktur spielte eine wichtige Rolle in Napoleons Bemühungen zur Modernisierung der Pariser Wasserversorgung.
Der Name verweist auf den ägyptischen Fellachen, doch die Statue soll eher Antinous darstellen, den Günstling Kaiser Hadrians, nach einer antiken Statue, die 1739 in Hadrians Villa in Tivoli gefunden wurde und im Vatikanischen Museum steht. Oben ersetzt der Adler mit ausgebreiteten Flügeln den Behdety, die geflügelte Sonnenscheibe Altägyptens, und erinnert an das Kaiserreich.
Der Brunnen ist in eine Mauer der Rue de Sèvres eingelassen, neben dem Eingang der Metrostation Vaneau im 7. Arrondissement; die Quellen nennen Hausnummer 42 (französisch) oder 52 (englisch). Wegen eindringenden Wassers in die Station Vaneau wurde die Wasserversorgung 2005 abgestellt; nachdem ein Bürgerverein das Projekt im Rahmen des partizipativen Budgets 2017 übernommen hatte, floss im August 2019 wieder Wasser aus den beiden Krügen.
Die Statue ist eine Kopie: Jean-François-Théodore Gechter fertigte sie 1930 (oder laut einer anderen Quelle 1844) nach Beauvalets Original für einen Auftrag über 3.000 Francs. Eine maßstabsgetreue Nachbildung steht im Hof des 18 bis, rue Henri-Barbusse, wo Gechter sein Atelier hatte.
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