Hôtel de Sagonne, Privathaus im Quartier de l'Arsenal, Paris, Frankreich.
Das Hôtel de Sagonne liegt an der rue des Tournelles 28 und am boulevard Beaumarchais 23. Seine schlichte Steinfassade zur rue des Tournelles zeugt von der Bescheidenheit des gesellschaftlichen Ranges von Jules Hardouin-Mansart in den Jahren 1667-1668, während die Gartenfassade reicher geschmückt war, mit Giebeln, Reliefs und einem breiten Balkon auf Säulen im ersten Stock. Das Gebäude ist heute in Wohnungen aufgeteilt.
Jules Hardouin-Mansart erbaute dieses Haus 1667-1668 mit seinem Bruder Michel, einem Unternehmer, anlässlich seiner Hochzeit mit Anne Bodin am 3. Februar 1668. Ab 1686 stattete er es prunkvoll aus, nachdem er 1681 Erster Architekt des Königs und 1699 Graf von Sagonne geworden war. 1690-1692 wurde es zu drei Häusern erweitert, von denen eines seinen Schwager Robert de Cotte beherbergte.
Der Name stammt von der Herrschaft Sagonne im Cher, die Hardouin-Mansart 1699 mit seiner Nobilitierung erwarb. Ab 1686 ließ er die Innenräume von Michel Corneille dem Jüngeren, Jean-Baptiste Corneille, Charles de La Fosse und Étienne Allegrain ausmalen, mit dem Bildhauer Martin Desjardins; 1699 wurde er Protektor der Königlichen Akademie für Malerei und Bildhauerei. Die allegorischen Gemälde wurden 1924 unter falschen Decken freigelegt.
Das Hôtel ist in private Wohnungen aufgeteilt und nicht zu besichtigen; sichtbar sind nur die Straßenfassaden an der rue des Tournelles und am boulevard Beaumarchais. Die schlichte Steinfront an der rue des Tournelles liegt zur Straße, während die Gartenfassade mit Giebeln und Balkon auf Säulen im ersten Obergeschoss hinter dem Tor liegt und nicht zugänglich ist. Das schmiedeeiserne Tor und der Zaun sind von der Straße aus zu sehen.
Die allegorischen Wandmalereien wurden unter alten Zwischendecken wiederentdeckt und 1924 freigelegt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Hôtel in Wohnungen aufgeteilt; der Dekorateur Jacques Garcia bewohnte in den 1980er und 1990er Jahren den ersten Stock. Anders als eine hartnäckige Legende besagt, gehörte es nie dem Architekten Mansart de Sagonne, sondern nur seinem Vater, dem Grafen.
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