Moulin de Passe-Avant, Historische Wassermühle im Viertel Saint-Leu, Amiens, Frankreich.
Das Moulin Passe-Avant ist eine vierstöckige Wassermühle in der Rue Saint-Leu 186, die 1528 in Fachwerkbauweise mit Lehmausfachung und Schieferdach wiederaufgebaut wurde. Über der waagerechten Holzverschalung mit zwei mehrfach verglasten Fenstern sitzen verputzte Obergeschosse, deren rissiger, abblätternder Putz beige und braune Flecken zeigt. Das Ganze ruht auf senkrechten Pfosten und Balken, unter denen im offenen Unterbau große hölzerne Räder und Zahnräder sichtbar sind.
Das Gebäude wurde 1528 auf den Ruinen eines mittelalterlichen Bauwerks errichtet und diente zunächst als Getreidemühle. Im 19. Jahrhundert wechselte es seine Funktion zur Senferzeugung, was die wirtschaftliche Umwandlung der Mühle in dieser Phase belegt.
Die Mühle gehörte dem Bischof und dem Kathedralkapitel, wie alle Mühlen des Viertels Saint-Leu. An den profilierten Rähmbalken sollen die Pfosten mit Masken und dem Wappen des Kapitels, Silber mit schwarzem Kreuz, verziert sein. Am Eckpfosten ist eine skulptierte Madonna mit Strahlenkranz zu erkennen.
Das Gebäude befindet sich in der Rue Saint-Leu, dem traditionellen Mühlendistrikt von Amiens mit direktem Zugang zum Fluss. Besucher sollten die begrenzten Öffnungszeiten beachten und im Voraus überprüfen, da dieses Denkmal unter Schutz steht und nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist.
Der Name der Mühle rührt von ihrem Vorrecht her: Ihr 40-Pferde-Rad, angetrieben vom kanalisierten Clairons-Arm, hatte Vorrang vor dem benachbarten Passe-Arrière. Am Eckpfosten ist eine skulptierte Jungfrau mit Strahlen zu erkennen; die Pfosten der profilierten Rähmbalken sollen mit Masken und dem Wappen des Kapitels verziert sein.
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