Phare de la Pointe de Grave, Historischer Leuchtturm in Royan, Frankreich.
Der 29,2 Meter hohe Leuchtturm erhebt sich am Eingang der Gironde-Mündung und bildet eine zylindrische Steinstruktur mit charakteristischem weißem Anstrich. Das Bauwerk umfasst mehrere Stockwerke mit Diensträumen, technischen Einrichtungen und einer kleinen Kapelle in den unteren Bereichen. Die Laterne an der Spitze beherbergt ein automatisiertes optisches System, das Lichtsignale über die atlantischen Gewässer aussendet.
Léonce Reynaud entwarf 1860 dieses Navigationszeichen, um Handelsschiffe durch die gefährlichen Strömungen der südwestlichen Atlantikküste zu leiten. Wärterfamilien bedienten bis zum späten 20. Jahrhundert die Öllampen und später elektrischen Systeme, bevor die vollständige Automatisierung erfolgte. Modernisierungen in den 1970er Jahren ersetzten die ursprüngliche Optik durch zeitgemäße Technologie, während die Steinstruktur ihre historische Form beibehielt.
Der Leuchtturm diente jahrhundertelang als Navigationspunkt für Handelsschiffe im Weinhandel zwischen Bordeaux und atlantischen Häfen und symbolisiert die maritime Identität der Mündungsregion. Fischer und Seeleute betrachteten das Leuchtfeuer als Schutzzeichen auf dem Heimweg, während lokale Familien den Dienst der Leuchtturmwärter als ehrenvolle Berufung respektierten. Heute führen ehemalige Seeleute Besucher durch das Bauwerk und vermitteln dabei Geschichten über Schifffahrtstraditionen.
Die Navigationsstation liegt in Le Verdon-sur-Mer und erreicht man vom Ortszentrum in etwa 2 km Fußweg entlang der Küste. Führungen finden zwischen Juni und September statt, wobei eine Voranmeldung bei den örtlichen Tourismusbüros empfohlen wird. Der Aufstieg umfasst steile Wendeltreppen, die für Personen mit eingeschränkter Mobilität ungeeignet sind, und festes Schuhwerk ist wegen der teilweise exponierten Außenbereiche erforderlich.
Ein 260 Meter langes Steinpier verbindet das Ufer mit dem Leuchtturmfundament und ermöglicht bei Niedrigwasser trockenen Fußes die Ankunft. Die Gezeitenschwankungen legen zweimal täglich ausgedehnte Sandbänke frei, die bei Ebbe von Muschelsammlern und Naturbeobachtern genutzt werden. Die Position auf dem Pier schützt das Fundament vor direkter Wellenerosion, während Möwenkolonien auf den Felsblöcken nisten.
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