Sanctuaire de la Fontaine, Römisches Heiligtum in Nîmes, Frankreich
Das Sanctuaire de la Fontaine ist eine antike Anlage in den Jardins de la Fontaine, errichtet um die Quelle, auf der Nîmes gegründet wurde. Sein Augusteum vereinte einen Augustusaltar im Zentrum eines Nymphäums, ein Theater oder Odeion und einen gewölbten Bau, den man Tempel der Diana nennt. Am Wasser stehen zwei Abschnitte hellen Quadermauerwerks mit klassischen Profilen: eine kurze Plattform, deren Gesims fünf Baluster rahmt, und eine höhere Terrassenmauer.
Die Stätte war zunächst ein Kultort an der dem Gott Nemausus heiligen Quelle. Kurz vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde dort ein Altar für den Kaiserkult des Augustus errichtet, und um die Quelle entstand allmählich ein Heiligtum des Kaiserkults mit einem Nymphäum, einem Theater und einem gewölbten Bau. Wahrscheinlich wurde es von der lokalen Bevölkerung finanziert und nicht von Augustus angeordnet; ein dreifacher Portikus verband es mit der Stadt.
Der Kaiserkult wurde hier von einem städtischen Flamen und Seviri geleitet, Priestern mit unklaren Aufgaben, aber prestigeträchtigem Amt. Nîmes ist eine der wenigen Städte mit zwei Kultstätten: diesem Augusteum und der Maison Carrée am Forum. Das Heiligtum wurde wohl von der lokalen Bevölkerung errichtet, nicht auf Befehl des Augustus.
Man kann das Gelände das ganze Jahr über durch den Haupteingang der Jardins de la Fontaine betreten und die erhaltenen Strukturen erkunden. Die Wege sind gepflegt und der Besuch erfordert keine besonderen Vorkenntnisse, um die Ruinen zu verstehen und zu genießen.
Der Gewölbebau, den man „Tempel der Diana“ nennt, war vielleicht nie ein Tempel: Einige Hinweise deuten auf eine Bibliothek, und keine der Hypothesen ist bewiesen. Zum Heiligtum gehörten außerdem ein Theater oder Odeion und ein Altar im Zentrum eines Nymphäums.
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