Hôtel du Plessis-Bellière, Historisches Stadtpalais am Place de la Concorde, Paris, Frankreich.
Das Hôtel du Plessis-Bellière ist ein privates Stadtpalais am 6 Place de la Concorde, das 1776 vom Architekten Pierre-Louis Moreau-Desproux hinter der westlichen Kolonnade von Jacques-Ange Gabriel errichtet wurde. Seine helle Steinfassade zeigt im Erdgeschoss eine symmetrische Arkade aus Rundbögen, darüber zwei Geschosse mit rechteckigen Fenstern und paarweise angeordnete klassische Säulen, die ein Gebälk und eine Balustrade auf Dachhöhe tragen. Seit 1901 beherbergt es zusammen mit dem benachbarten Hôtel Cartier den Automobile Club de France.
1758 beauftragte Ludwig XV. Jacques-Ange Gabriel mit zwei identischen Fassaden beiderseits der Rue Royale; das westliche Grundstück wurde in vier Parzellen geteilt, nachdem die Münze an den Quai de Conti verlegt worden war. Die Parzelle Nr. 6 ließ David-Étienne Rouillé de l'Étang, der 1765 durch Kauf eines königlichen Sekretärsamtes geadelt wurde, 1776 durch Pierre-Louis Moreau-Desproux errichten. Seine Nichte Adélaïde Piscatory de Vaufreland brachte das Haus an Emmanuel Pastoret, Kanzler der Restauration; deren Nachfahrin Marie de Pastoret, Marquise du Plessis-Bellière, starb 1890 kinderlos und vermachte es Papst Leo XIII., ein von den Rougé und dem Staat angefochtenes Testament, dem Versteigerungen 1897 folgten. Die Fassade ist seit 1923 als Monument historique klassifiziert, und seit 1901 nutzt der Automobile Club de France das Haus.
Der Name des Hôtels erinnert an seine letzten privaten Eigentümer: Marie de Pastoret, gestorben 1890, war die Frau von Hervé de Rougé, Marquis du Plessis-Bellière. Sie vermachte ihr Vermögen Papst Leo XIII. mit der Bitte, das Haus zur apostolischen Nuntiatur zu machen; das Testament wurde von der Familie Rougé und vom Staat angefochten und führte 1897 zu bekannten Versteigerungen. Die ursprüngliche Ausstattung wurde 1898 versteigert und ist durch den Katalog dieser Versteigerung überliefert.
Das Hôtel steht an der Nr. 6 der Place de la Concorde, in der Reihe hinter Gabriels westlicher Kolonnade, neben dem Hôtel Cartier Nr. 8. Seine Fassade ist seit 1923 als Monument historique eingestuft und von der Place aus zu sehen; das Innere gehört dem Automobile Club de France und ist Besuchern nicht zugänglich.
Das Gebäude wurde von Horace Trumbauer und Julian Abele in Philadelphia nachgebaut und beherbergt dort heute die Free Library of Philadelphia. In derselben Stadt steht eine zweite Nachbildung des Hôtel de la Marine, des Gegenstücks jenseits der Rue Royale. Kinderlos vermachte die Marquise du Plessis-Bellière das Hôtel 1890 Papst Leo XIII. mit der Bitte, es zur apostolischen Nuntiatur zu machen; das Testament wurde von der Familie de Rougé und vom Staat angefochten und führte 1897 zu bekannten Versteigerungen.
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