Site archéologique de la carrière antique grecque de la Corderie, Antiker griechischer Steinbruch im Viertel Saint-Victor, Marseille, Frankreich
Der antike Steinbruch La Corderie ist eine über 6 m tief in hellgelb-beigen Kalkstein gegrabene Abbaustätte. Die gestuften, rechteckigen Gruben und Gräben, getrennt durch grob behauene Felswände, enthalten kleine grünliche Wasserbecken und wegen Mängeln liegengebliebene Blöcke. Ein fertiger, nie benutzter Sarkophagtrog wurde noch an Ort und Stelle gefunden.
Diese Grube versorgte die griechische Siedlung Massalia vom 6. Jahrhundert v. Chr. an mit Steinen für ihre Bauten. Die Stätte wurde erst 2016 bei Ausgrabungen gefunden und später als historisches Denkmal geschützt.
Der Kalkstein der Stätte heißt nach einem Vorschlag von Michel Bats Kalkstein von La Corderie, wegen seiner besonderen Bildung und Verwitterung. Die Steinmetze arbeiteten mit Pickel, Scharriereisen, Keilen und Hebeln; ein fertiggestellter, aber fehlerhafter Sarkophagtrog wurde noch an Ort und Stelle gefunden, nie benutzt.
Der Steinbruch liegt am Boulevard de la Corderie im Viertel Saint-Victor im 7. Arrondissement von Marseille. Die Stätte wurde 2016–2017 bei präventiven Ausgrabungen freigelegt und ist als Monument historique klassifiziert; sie ist Privateigentum, weshalb kein freier Zugang garantiert ist. Der Abbaubereich reicht über 6 Meter tief in den Kalkstein.
Zu den wenigen vergleichbaren Steinbrüchen zählen Selinunt und Syrakus auf Sizilien sowie Thasos in Griechenland, wie Philippe Mellinand vom INRAP anmerkte: Anderswo untersuchte griechische Steinbrüche sind meist Marmorbrüche. Ein fertiger, aber fehlerhafter Sarkophagtrog wurde noch an Ort und Stelle gefunden, nie benutzt.
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