Seufzerbrücke, Steinerne Fußgängerbrücke im historischen Zentrum, Venedig, Italien
Die Ponte dei Sospiri ist eine geschlossene Fußgängerbrücke aus weißem istrischem Stein, die den Kanal Rio di Palazzo überspannt und den Dogenpalast mit dem Gefängniskomplex verbindet. Die Brücke zeigt an ihren Außenseiten kleine rechteckige Fenster mit Steingittern und trägt eine Bogenform, die sich harmonisch in die umgebende Architektur einfügt.
Der Architekt Antonio Contino schloss den Bau im Jahr 1603 ab, als die venezianische Republik neue Gefängniszellen brauchte und diese an das bestehende Verwaltungsgebäude anbinden wollte. Die Brücke bildete eine diskrete Verbindung für den Gefangenentransport und ermöglichte gleichzeitig die Erweiterung der Justizeinrichtungen ohne größere städtebauliche Eingriffe.
Der Spitzname entstand durch Lord Byrons Deutung, dass Gefangene beim letzten Blick auf Venedig durch die vergitterten Fenster aufseufzten. Bis heute verbinden Reisende den Ort mit dieser romantischen Vorstellung, obwohl die meisten Gefangenen bei der Überführung kaum Zeit für einen Ausblick hatten.
Der Zugang ist nur im Rahmen einer Führung durch den Dogenpalast möglich, die täglich mit vorheriger Anmeldung stattfindet. Die engen Korridore und Stufen im Palast können für Personen mit eingeschränkter Mobilität eine Herausforderung darstellen.
Im Inneren verlaufen zwei getrennte Gänge nebeneinander, sodass Gefangene sich während gleichzeitiger Überführungen nicht begegnen konnten. Diese bauliche Trennung sorgte dafür, dass die Behörden verschiedene Häftlinge unabhängig voneinander bewegen konnten, ohne dass Kommunikation oder Konflikte entstanden.
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