Biblioteca Marciana, Renaissance-Bibliothek am Markusplatz, Venedig, Italien
Die Biblioteca Nazionale Marciana ist eine Nationalbibliothek im Renaissancestil am Markusplatz in Venedig, Italien. Das Gebäude erstreckt sich über zwei Etagen mit hohen gewölbten Sälen, in denen antike Manuskripte, seltene Bücher, Karten und klassische Dokumente aus mehreren Jahrhunderten aufbewahrt werden.
Kardinal Bessarion stiftete die Sammlung 1468 mit 750 Kodizes und Handschriften, wodurch Venedig zur ersten öffentlichen Bibliothek Italiens wurde. Jacopo Sansovino entwarf das heutige Gebäude ab 1537, das die wachsenden Bestände an griechischen und lateinischen Werken aufnehmen sollte.
Der Lesesaal im ersten Stock bewahrt Handschriften griechischer Gelehrter auf, die nach dem Fall von Konstantinopel nach Venedig kamen. Die Sammlung zeigt, wie die Stadt als Tor zwischen Ost und West diente und antikes Wissen für spätere Generationen sicherte.
Der Eintritt erfolgt gemeinsam mit dem Dogenpalast über ein kombiniertes Ticket, das den Zugang zu beiden Gebäuden ermöglicht. Die Säle liegen im ersten Obergeschoss und sind über die Treppe vom Innenhof aus erreichbar.
Seit 1603 verpflichtet ein venezianisches Gesetz alle Verleger, ein Exemplar jedes gedruckten Buches an die Bibliothek abzugeben. Diese Regelung trug über vier Jahrhunderte hinweg zum stetigen Wachstum der Sammlung bei und macht sie zu einem vollständigen Archiv des venezianischen Verlagswesens.
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