Moses, Renaissance-Marmorskulptur in San Pietro in Vincoli Kirche, Rom, Italien.
Die Figur des Mose zeigt die biblische Gestalt in sitzender Haltung mit den Gesetzestafeln unter dem rechten Arm, während die Muskeln und Gewandfalten in weißem Marmor ausgearbeitet sind. Der Blick und die Körperspannung vermitteln den Moment, als hätte die Figur gerade den Kopf gedreht, um etwas zur Seite zu beobachten.
Michelangelo schuf diese Skulptur zwischen 1513 und 1515 für das Grabmal von Papst Julius II., das ursprünglich viel größer geplant war. Die endgültige Version des Monuments wurde erst 1545 fertiggestellt, nachdem mehrere Entwürfe verworfen worden waren.
Die Hörner auf dem Kopf der Figur entstanden durch einen Übersetzungsfehler der lateinischen Vulgata, bei dem die hebräischen Begriffe für Lichtstrahlen als echte Hörner wiedergegeben wurden. Heute bildet die Skulptur den Mittelpunkt eines Grabmals, das Besucher aus der Nähe betrachten können, wenn sie durch das Seitenschiff der Kirche gehen.
Die Skulptur steht im rechten Querschiff der Kirche San Pietro in Vincoli und lässt sich von vorne und von beiden Seiten betrachten. Der Bereich um das Grabmal ist in der Regel während der Öffnungszeiten der Kirche zugänglich, außer bei Gottesdiensten.
Michelangelo soll mit seinem Hammer auf das fertige Knie der Skulptur geschlagen und sie aufgefordert haben zu sprechen, wobei eine kleine Kerbe entstand, die noch heute sichtbar ist. Diese Legende spiegelt die außergewöhnliche Lebendigkeit wider, die der Künstler dem Stein verlieh.
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