BN-350, Kernreaktor in Aktau, Kasachstan
Der BN-350-Reaktor ist ein abgeschalteter Schneller-Brüter-Reaktor in Aktau, einer Küstenstadt am Kaspischen Meer im Westen Kasachstans. Er war für die gleichzeitige Stromerzeugung und die Entsalzung von Meerwasser für die lokale Wasserversorgung ausgelegt.
Der Bau begann 1964, und der Reaktor ging 1973 ans Netz. Nach 26 Jahren Dauerbetrieb wurde er 1999 endgültig abgeschaltet und anschließend in einen sicheren Ruhezustand versetzt.
Die Anlage versorgte die Bewohner von Aktau jahrzehntelang mit Strom und Trinkwasser mitten in einer Wüstenregion ohne natürliche Süßwasserquellen. Diese Abhängigkeit von einem einzigen Bauwerk prägte das Alltagsleben der Stadt auf eine Weise, die in anderen Städten kaum vorstellbar wäre.
Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich und liegt in einem gesperrten Sicherheitsbereich. Wer mehr über die Geschichte des Reaktors erfahren möchte, kann sich an lokale Museen oder Informationsstellen in Aktau wenden.
Obwohl der Reaktor als Energiequelle bekannt ist, produzierte er als Nebenprodukt seines Betriebs auch Plutonium. Diese Eigenschaft machte ihn zu einem der wenigen zivilen Reaktoren weltweit mit einer solchen Doppelfunktion während des Kalten Krieges.
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