Theodosianische Mauer, Antike Stadtmauern in Fatih, Istanbul, Türkei.
Die Theodosianischen Mauern bilden ein ausgedehntes Verteidigungssystem aus Stein und Ziegel im Stadtteil Fatih in Istanbul. Die Anlage besteht aus zwei parallelen Mauern, die durch einen offenen Korridor getrennt sind, und aus einer Reihe von runden und viereckigen Wachtürmen, die in regelmäßigen Abständen entlang der Linie aufragen.
Kaiser Theodosius II. ließ die Anlage im frühen fünften Jahrhundert errichten, um die wachsende Metropole vor Angriffen vom Land her zu schützen. Die Befestigung hielt mehr als tausend Jahre lang stand, bis osmanische Kanonen 1453 Breschen schlugen und die Stadt fiel.
Der Name bezieht sich auf Kaiser Konstantin den Großen, der im Jahr 330 die Stadt als neue Hauptstadt des Römischen Reiches gründete. Entlang der erhaltenen Abschnitte sieht man heute Wohnviertel, die sich unmittelbar an die alten Steine schmiegen, Gemüsegärten zwischen den Türmen und spielende Kinder auf den breiten Fundamenten.
Die besten Abschnitte zum Besuch liegen zwischen der Festung Yedikule im Süden und dem Tekfur-Palast im Norden, wo die Türme und Tore noch gut erkennbar sind. Ein Spaziergang entlang der Mauern dauert mehrere Stunden, daher ist es sinnvoll, sich vorher einen bestimmten Abschnitt auszusuchen.
Ein flacher Wassergraben mit künstlichen Böschungen lief früher vor der äußeren Mauerlinie und ließ sich bei Angriffen fluten. Einige Tore weisen noch griechische und lateinische Inschriften auf, die in den Stein gemeißelt wurden und die Namen der Bautrupps oder den Zweck des jeweiligen Durchgangs nennen.
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