Kadyktschan, Geisterstadt im Bezirk Susumansky, Russland
Kadykchan ist eine verlassene Siedlung in der Region Magadan, bestehend aus leeren Wohnblöcken, einem Kulturzentrum und Industriegebäuden, die in den Hochlandgebieten der oberen Kolyma verstreut sind. Die gesamte Gemeinde wurde bis 2010 völlig entvölkert und wirkt heute wie ein Zeitporträt einer sowjetischen Bergbausiedlung.
Die Siedlung wurde 1943 während des Zweiten Weltkriegs gegründet und entwickelte sich rund um Kohleminen, die von Gulag-Gefangenen erbaut wurden. Diese Minen versorgen die Arkagalinskaya-Elektrizitätswerke mit Brennstoff, was den Ort zum wichtigen Produktionszentrum machte.
Der Ortsname stammt aus der Sprache der Even und bedeutet eine kleine Schlucht, was das indigene Erbe der Region widerspiegelt. Besucher können diese Verbindung zur lokalen Geschichte in der Landschaft und den Überresten der Siedlung noch heute nachvollziehen.
Der Ort liegt weit entfernt in den Hochlandgebieten und ist schwer zu erreichen, daher sollten Besucher mit großen Herausforderungen beim Transport rechnen. Die Infrastruktur ist begrenzt, und das Wetter kann extrem sein, weshalb eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich ist.
Im November 1996 ereignete sich in der Grube Nummer 10 eine Methanexplosion, bei der sechs Menschen starben – ein tragisches Ereignis, das unmittelbar zum endgültigen Entschluss führte, den Ort zu räumen. Diese Katastrophe markiert einen sichtbaren Wendepunkt zwischen der Betriebszeit und dem vollständigen Niedergang der Siedlung.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.