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Im Südosten der Türkei erzählen die Überreste Obermesopotamiens die Geschichte der Reiche und Königreiche, die dort aufeinander folgten.
Die südöstliche Türkei ist eine Reise durch Jahrtausende. Fünfunddreißig bedeutende Stätten liegen in dieser Region, von den ersten Siedlungen der Jungsteinzeit bis zu den byzantinischen Überresten. Hier in Obermesopotamien folgten über Jahrhunderte Zivilisationen aufeinander und hinterließen Festungen, Städte, Klöster und Landschaften, die die Zeit geformt hat.
Einige dieser Orte sind weltweit bekannt und stehen auf der UNESCO-Liste. Göbekli Tepe zum Beispiel liegt auf einem Hochplateau und führt menschliche Spuren bis vor über 11000 Jahre zurück. Der Nemrut Dağı krönt einen Berg und beherbergt riesige Steinköpfe aus der Antike. Andere Stätten sind weniger besucht, aber ebenso lohnenswert. Harran mit seinen kegelförmigen Lehmhäusern, Mardin, das wie ein steinernes Amphitheater an einem Hang liegt, oder Dara mit seinen in den Fels gehauenen Gräbern – jede erzählt ihre eigene Geschichte.
Wenn Sie diese Orte durchstreifen, folgen Sie den Wegen alter Händler, erkunden Überreste vergangener Zivilisationen und verstehen, wie diese Länder die antike Welt geprägt haben. Von römischen Mosaiken bis zu prähistorischen Inschriften, von mittelalterlichen Moscheen bis zu christlichen Klöstern – jeder Stein trägt die Spur derer, die ihn gesetzt haben.
Im Südosten der Türkei erzählen die Überreste Obermesopotamiens die Geschichte der Reiche und Königreiche, die dort aufeinander folgten.
Die südöstliche Türkei ist eine Reise durch Jahrtausende. Fünfunddreißig bedeutende Stätten liegen in dieser Region, von den ersten Siedlungen der Jungsteinzeit bis zu den byzantinischen Überresten. Hier in Obermesopotamien folgten über Jahrhunderte Zivilisationen aufeinander und hinterließen Festungen, Städte, Klöster und Landschaften, die die Zeit geformt hat.
Einige dieser Orte sind weltweit bekannt und stehen auf der UNESCO-Liste. Göbekli Tepe zum Beispiel liegt auf einem Hochplateau und führt menschliche Spuren bis vor über 11000 Jahre zurück. Der Nemrut Dağı krönt einen Berg und beherbergt riesige Steinköpfe aus der Antike. Andere Stätten sind weniger besucht, aber ebenso lohnenswert. Harran mit seinen kegelförmigen Lehmhäusern, Mardin, das wie ein steinernes Amphitheater an einem Hang liegt, oder Dara mit seinen in den Fels gehauenen Gräbern – jede erzählt ihre eigene Geschichte.
Wenn Sie diese Orte durchstreifen, folgen Sie den Wegen alter Händler, erkunden Überreste vergangener Zivilisationen und verstehen, wie diese Länder die antike Welt geprägt haben. Von römischen Mosaiken bis zu prähistorischen Inschriften, von mittelalterlichen Moscheen bis zu christlichen Klöstern – jeder Stein trägt die Spur derer, die ihn gesetzt haben.
In diesem Artikel
33 Orte zu entdecken — Verpassen Sie nicht den letzten!
Göbekli Tepe liegt auf einem Hügel bei Şanlıurfa und gilt als eine der ältesten bekannten Kultstätten der Welt. Vor mehr als 11 000 Jahren errichteten Menschen hier massive Steinpfeiler, die mit Tieren und Symbolen verziert sind, lange bevor sie sesshaft wurden. Die Ausgrabungen haben erst einen kleinen Teil des Geländes freigelegt, und jeder neue Fund verändert das Bild, das wir von der Frühgeschichte der Menschheit haben. Seit 2018 gehört die Stätte zum UNESCO-Welterbe.
Balıklıgöl, auch als Abrahams Teich bekannt, liegt im Herzen von Şanlıurfa und zieht seit Jahrhunderten Pilger und Besucher an. Nach einer lokalen Überlieferung soll der Prophet Abraham genau hier ins Feuer geworfen worden sein, das sich daraufhin in Wasser verwandelte. Heute spiegeln sich zwei ruhige Becken im Schatten alter Bäume, bevölkert von Karpfen, die als heilig gelten und nicht gefangen werden dürfen. Rund um das Wasser reihen sich Moscheen und Gärten aneinander, die den Ort zu einem Mittelpunkt des religiösen und alltäglichen Lebens in der Stadt machen.
Die Altstadt von Şanlıurfa ist ein Labyrinth aus engen Gassen, alten Karawansereien und überdachten Märkten. Wer hier spaziert, entdeckt Handwerksbetriebe, in denen Kupferarbeiten oder Stoffe von Hand gefertigt werden. Die Basare füllen sich jeden Morgen mit Händlern und Einheimischen, die frische Waren und Gewürze kaufen. Innenhöfe mit Brunnen verstecken sich hinter schweren Holztüren. Dieser Teil der Stadt lebt von einem Rhythmus, der sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das Archäologische Museum von Şanlıurfa bewahrt die wichtigsten Funde aus der Region auf, darunter Objekte aus Göbekli Tepe, einer der ältesten bekannten Stätten menschlicher Aktivität. Die Ausstellung führt durch Jahrtausende der Geschichte Obermesopotamiens, von neolithischen Werkzeugen und Skulpturen bis hin zu Überresten späterer Kulturen. Wer die antiken Stätten des Südostens besucht, findet hier den richtigen Ausgangspunkt, um zu verstehen, wie diese Landschaft einmal bewohnt und geformt wurde.
Das Haleplibahçe-Mosaikmuseum in Şanlıurfa zeigt römische Mosaiken, die bei Ausgrabungen in der Nähe der Stadtmauern gefunden wurden. Eines der bekanntesten Stücke zeigt Amazonen zu Pferd und zu Fuß, eine seltene Darstellung in der antiken Mosaikkunst. Die Mosaiken stammen aus der römischen Periode und gehören zu den schönsten erhaltenen Exemplaren in Anatolien. Das Museum befindet sich in einem modernen Gebäude, das eigens für die Präsentation dieser Funde errichtet wurde.
Harran liegt im Südosten der Türkei und ist vor allem für seine kegelförmigen Häuser aus Lehmziegeln bekannt. Diese runden Bauten wurden so entworfen, dass sie die Sommerhitze draußen halten. Das Dorf war einst ein wichtiger Halt auf den Handelsrouten der alten Mesopotamien, und die Überreste seiner Stadtmauern und seiner frühen Moschee sind noch heute sichtbar. Durch die engen Gassen zu laufen bedeutet, durch eine sehr alte Geschichte zu gehen, in der viele Kulturen ihre Spuren auf demselben Boden hinterlassen haben.
Die Ruinen der Universität und der Großen Moschee von Harran stehen mitten in der Altstadt und zeugen von einer Zeit, in der diese Stadt ein wichtiges Zentrum des Wissens und des Glaubens war. Die Große Moschee wurde im 8. Jahrhundert errichtet und gehört zu den ältesten des Landes. Daneben befand sich eine der frühesten Universitäten der islamischen Welt. Heute sind die Mauern teilweise eingestürzt, doch der Turm der Moschee ragt noch immer über die Ebene.
Soğmatar liegt in einer trockenen, felsigen Landschaft östlich von Şanlıurfa. Der Ort war einst ein bedeutendes Kultzentrum, an dem Menschen die Planeten und Sterne verehrten. Zu sehen sind in den Felsen gehauene Heiligtümer, alte Inschriften und Reliefs aus der Zeit, als diese Region Teil der aramäischen Welt war. Wer durch die Ruinen geht, spürt, wie wenig sich dieser Ort im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.
Şuayb Şehri ist eine antike Stätte nahe Şanlıurfa, wo in den Fels gehauene Behausungen und verfallene Mauern in einer halbwüstenartigen Landschaft stehen. Der Ort trägt den Namen des Propheten Jethro und war über viele Jahrhunderte bewohnt. Wer durch die Ruinen geht, entdeckt Höhlen, gemeißelte Treppen und Kammern, die einst zum Alltag dieser Siedlung gehörten.
Halfeti ist ein Dorf am Ufer des Euphrat im Südosten der Türkei. Als der Birecik-Staudamm gebaut wurde, versank ein Teil des alten Dorfes unter Wasser. Die alten Steinhäuser liegen heute auf dem Grund des Flusses, und nur wenige Mauern und Ruinen ragen noch an die Oberfläche. Bootsfahrten führen an diesen versunkenen Überresten entlang, was dem Ort eine seltsam stille Stimmung verleiht. Halfeti ist auch für seine schwarzen Rosen bekannt, die hier unter den besonderen Bodenbedingungen am Flussufer wachsen und anderswo nicht gedeihen.
Das Zeugma-Mosaikmuseum in Gaziantep zeigt eine der größten Sammlungen römischer Mosaiken, die je gefunden wurden. Die Werke stammen aus der antiken Stadt Zeugma, die einst am Ufer des Euphrat lag. Das bekannteste Stück ist das Porträt der sogenannten Zigeunermädchen, ein Frauengesicht, dessen Blick die Besucher festhält. Die Mosaiken wurden gerettet, bevor ein Staudamm Teile des antiken Geländes überflutete.
Die Zitadelle von Gaziantep thront auf einem Hügel im Herzen der Altstadt und überblickt das gesamte Stadtleben. Ihre Mauern und Türme wurden über viele Jahrhunderte gebaut und umgebaut, von den Römern über die Byzantiner bis hin zu den Osmanen. Heute ist sie eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und ein guter Ausgangspunkt, um die Geschichte dieser Region zu verstehen.
Die Altstadt von Gaziantep ist ein Ort, an dem das Handwerk und der Handel seit Jahrhunderten ihren Rhythmus behalten haben. Im Bakırcılar Çarşısı, dem Markt der Kupferhandwerker, formen Männer noch heute Schalen und Kannen von Hand. Die engen Gassen führen an alten Karawansereien und Gewürzständen vorbei, deren Düfte sich in der Luft vermischen. Gaziantep gilt als eine der bedeutendsten Küchenstädte der Türkei, und die Basare spiegeln das bei jedem Schritt wider.
Rumkale erhebt sich auf einem Felsvorsprung an der Stelle, wo der Euphrat und der Merzimen zusammenfließen. Die Festung blickt auf den Canyon hinunter, und von ihren Mauern aus sieht man das Wasser weit unten. In den Fels gehauene Galerien, Türme und alte Mauern zeugen vom Durchzug der Byzantiner, Armenier und Araber über die Jahrhunderte. Ein Teil der Anlage liegt heute unter dem Stausee von Birecik, was dem Ort vom Wasser aus ein eigentümliches Aussehen verleiht.
Yesemek ist eine der ältesten bekannten Bildhauerwerkstätten der Welt. Vor mehr als 3000 Jahren haben hethitische Handwerker hier Basalt aus dem Felsen gebrochen und zu großen Löwen, Sphinxen und anderen Figuren verarbeitet. Viele dieser Skulpturen blieben unvollendet und liegen noch genau dort, wo die Arbeit aufgehört hat. Beim Durchlaufen des Geländes sieht man Werkzeugspuren im Stein und bekommt ein echtes Bild davon, wie eine Werkstatt der Antike funktionierte.
Die Altstadt von Mardin liegt auf einem Felsvorsprung hoch über der mesopotamischen Ebene. Ihre Häuser, Kirchen und Moscheen sind alle aus demselben honigfarbenen Stein gehauen, was dem Ort einen warmen, goldenen Ton verleiht. Die Gassen sind eng und steil, gesäumt von gemeißelten Fassaden und Bogenportalen. Über Jahrhunderte lebten hier Aramäer, Kurden, Araber und Christen verschiedener Konfessionen Seite an Seite.
Das Kloster Deyrulzafaran liegt auf einem Hügel am Rand von Mardin und ist eines der ältesten noch genutzten Klöster der syrisch-orthodoxen Kirche. Die Mauern aus gelbem Kalkstein leuchten unter der Sonne des südostanatolischen Hochlandes. Im Inneren findet man alte Kapellen, Inschriften in aramäischer Sprache und Grabstätten von Patriarchen. Das Kloster war viele Jahrhunderte lang der Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchats und bleibt heute ein Ort des aktiven Gebets und der Erinnerung.
Die Zinciriye Medresesi liegt im Herzen von Mardin, einer Stadt, die wie eine Steinteile über der mesopotamischen Ebene thront. Diese mittelalterliche islamische Schule wurde aus dem hellen Kalkstein der Region gebaut, um einen offenen Hof mit Kuppeln und Bogenarkaden. Von ihren Terrassen aus schweift der Blick weit über die Ebene. Wer durch die Gänge geht, spürt, wie Wissen, Glaube und Alltag im Mittelalter miteinander verflochten waren.
Die Kasımiye Medresesi liegt im Herzen von Mardin, einer Stadt, die sich wie ein Steintheater über die mesopotamische Ebene erhebt. Diese alte Koranschule wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist aus dem hellen Kalkstein der Region gefertigt. Ihr Innenhof lädt zum Verweilen ein, und die sorgfältig gemeißelten Steinbögen zeigen, wie sehr die Handwerker jener Zeit ihr Handwerk beherrschten. Heute kommen Besucher aus aller Welt, um die ruhige Stimmung des Ortes zu erleben und die Arbeit der alten Steinmetze zu bewundern.
Dara, auch Anastasiopolis genannt, liegt in der Nähe von Mardin und gehört zu den am besten erhaltenen antiken Stätten der Region. Die Stadt wurde im 5. Jahrhundert gegründet und diente als byzantinische Grenzfestung gegenüber dem Sassanidenreich. Wer durch das Gelände läuft, entdeckt in den Felsen gehauene Gräber, unterirdische Zisternen und die Überreste von Mauern, die einst eine ganze Stadt umschlossen. Die Stille des Ortes steht im Kontrast zu seiner bewegten Vergangenheit als Schauplatz großer Schlachten.
Das Kloster Mor Gabriel liegt in der Nähe von Midyat und wurde Ende des 4. Jahrhunderts gegründet. Es ist eines der ältesten noch bewohnten christlichen Klöster der Welt. Die Mauern aus gelbem Kalkstein umschließen Kirchen, Höfe und Wohnräume, in denen syrisch-orthodoxe Mönche und Nonnen noch heute leben und beten. Die Liturgie wird in Aramäisch gehalten, der Sprache, die Jesus gesprochen haben soll. Ein Besuch hier führt in eine Welt, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das Dorf Anıtlı, früher als Hah bekannt, liegt in der Nähe von Mardin und gehört zur alten syrischen Christenheit dieser Region. Die Kirche der Jungfrau Maria ist eines der ältesten christlichen Gotteshäuser in der Gegend und wurde in Stein gebaut, der die Jahrhunderte überdauert hat. Die Fassaden tragen Reliefs und Inschriften aus frühen christlichen Zeiten. Im Dorf selbst leben noch heute syrisch-orthodoxe Familien, die ihre Traditionen bewahren. Wer durch die engen Gassen geht, spürt, wie tief die Geschichte hier in den Alltag eingewoben ist.
Die Stadtmauer von Diyarbakır zieht sich als breites schwarzes Band aus Basalt um die Altstadt. Die Steine stammen aus einem nahegelegenen Vulkan und geben den Mauern ihre dunkle, fast schwere Farbe. Entlang der Mauer reihen sich Türme aneinander, von denen man über die Dächer der Stadt und auf das Flusstal des Tigris blicken kann. Dieses Bauwerk ist seit Jahrhunderten das Rückgrat der Stadt, und man spürt beim Gehen, wie viele Epochen hier übereinanderliegen.
Die Hevsel-Gärten liegen zwischen den alten Stadtmauern von Diyarbakır und dem Fluss Tigris. Dieser landwirtschaftliche Streifen wird seit Tausenden von Jahren bewirtschaftet und gehört zum UNESCO-Welterbe. Obstbäume, Gemüsegärten und Felder wechseln sich ab, während das Wasser des Tigris das Land seit der Antike bewässert. Wer hier entlangläuft, versteht, wie eng das Leben der Stadt immer mit diesem fruchtbaren Tal verbunden war.
Die Ulu Cami in Diyarbakır gilt als eine der ältesten Moscheen Anatoliens. Sie steht im Herzen der Altstadt, umgeben von den schwarzen Basaltmauern, die diese Stadt so unverwechselbar machen. Der Innenhof ist weit und offen, mit einem alten Brunnen in der Mitte. Die Gläubigen kommen hier täglich zum Gebet, und Besucher können die Stille des Ortes und die Schwere des Steins auf sich wirken lassen. Das Gebäude trägt Spuren verschiedener Epochen, von der Römerzeit über die seldschukische Periode bis in die islamische Zeit.
Der Hasan Paşa Hanı ist eine alte Karawanserei im Herzen von Diyarbakır. Das Gebäude aus schwarzem Basalt liegt mitten in der Altstadt und war früher ein Treffpunkt für Händler und Reisende. Heute sitzen hier Menschen beim Tee, während um sie herum das Leben des Viertels weitergeht. Von hier aus lässt sich das Viertel Sur zu Fuß erkunden: enge Gassen, Basare und alte Moscheen wechseln sich ab, Stein an Stein.
Die Brücke On Gözlü Köprü überspannt den Tigris am Rand von Diyarbakır und gilt als eine der ältesten noch genutzten Steinbrücken der Region. Ihre zehn Bögen tragen seit Jahrhunderten Fußgänger und Händler. Von der Mitte der Brücke aus sieht man die schwarzen Basaltmauern der Stadt und die Hevsel-Gärten, die zusammen zum UNESCO-Welterbe gehören. Das Wasser fließt träge darunter durch, und an den Ufern wachsen Pappeln.
Der Mont Nemrut ist ein Berggipfel in der Provinz Adıyaman, auf dem König Antiochos I. von Kommagene im 1. Jahrhundert v. Chr. sein Grabheiligtum errichten ließ. Auf etwa 2150 m Höhe stehen riesige Steinköpfe von Göttern und Königen, die einst auf Thronen saßen. Die Köpfe sind im Laufe der Jahrhunderte von ihren Sockeln gefallen und liegen heute im Gras verstreut. Das Gelände gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe.
Arsameia war die Sommerresidenz der Könige von Kommagene, einem kleinen Reich, das vor etwa 2000 Jahren zwischen den großen Mächten der Antike entstand. Auf dem Weg durch das Gelände sieht man Felsreliefs, die Götter und Herrscher zeigen, sowie eine tiefe Felsentreppe, die in ein unterirdisches Heiligtum führt. Von hier oben blickt man auf das Tal des Flusses Nymphaios und die Berge, die Kommagene einst von der übrigen Welt trennten.
Die Cendere-Brücke, auch als Septimius-Severus-Brücke bekannt, überspannt einen Fluss in einer tiefen Schlucht nahe Adıyaman. Sie wurde im 2. Jahrhundert nach Christus erbaut und ist eine der am besten erhaltenen römischen Brücken der Türkei. Wer sie überquert, spürt das Gewicht der Geschichte unter seinen Füßen: die Steine fügen sich noch heute so zusammen, wie die römischen Baumeister sie gesetzt haben. Vier korinthische Säulen markieren die Enden der Brücke, zwei auf jeder Seite. Drei davon stehen noch aufrecht.
Hasankeyf liegt am Ufer des Tigris und ist einer der ältesten bewohnten Orte der Welt. Die Stadt war über Jahrtausende ein Knotenpunkt zwischen Mesopotamien und Anatolien. Nach dem Bau des Ilısu-Staudamms wurde ein Teil der Denkmäler an neue Standorte versetzt, während andere vom Wasser überschwemmt wurden. Wer heute durch Hasankeyf geht, sieht in den Felsen gehauene Höhlen, mittelalterliche Minarette und Brückenreste, die an die Ufer des Tigris erinnern, wie er einst war.
Das Botan-Tal liegt im Südosten der Türkei, nahe der Stadt Siirt, und ist von tiefen Schluchten und steilen Felswänden geprägt. Der Fluss Botan hat das Gestein im Laufe der Jahrhunderte geformt und ein verzweigtes Netz aus engen Tälern und wilden Landschaften hinterlassen. Wer durch das Tal wandert, erlebt eine Natur, die kaum verändert scheint, und versteht, warum diese Region seit dem Neolithikum besiedelt wurde.
Die Festung Zerzevan liegt auf einer Anhöhe in der Provinz Diyarbakır und überblickt die weiten Ebenen der oberen Mesopotamiens. Einst war sie eine römische Garnison, die eine wichtige Route zwischen Ost und West sicherte. Hinter ihren noch aufrecht stehenden Mauern findet man Reste von Gebäuden und, besonders interessant, die unterirdischen Überreste eines Mithras-Heiligtums, wo Soldaten ihrem Glauben nachgingen. Dieser Kult war im römischen Militär weit verbreitet, und das Heiligtum von Zerzevan gehört zu den am besten erhaltenen seiner Art in der Region. Der Ort vermittelt ein klares Bild davon, wie das Leben in einer Grenzgarnison vor etwa 1700 Jahren ausgesehen haben könnte.
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Göbekli Tepe liegt auf einem Hügel bei Şanlıurfa und gilt als eine der ältesten bekannten Kultstätten der Welt. Vor mehr als 11 000 Jahren errichteten Menschen hier massive Steinpfeiler, die mit Tieren und Symbolen verziert sind, lange bevor sie sesshaft wurden. Die Ausgrabungen haben erst einen kleinen Teil des Geländes freigelegt, und jeder neue Fund verändert das Bild, das wir von der Frühgeschichte der Menschheit haben. Seit 2018 gehört die Stätte zum UNESCO-Welterbe.
Balıklıgöl, auch als Abrahams Teich bekannt, liegt im Herzen von Şanlıurfa und zieht seit Jahrhunderten Pilger und Besucher an. Nach einer lokalen Überlieferung soll der Prophet Abraham genau hier ins Feuer geworfen worden sein, das sich daraufhin in Wasser verwandelte. Heute spiegeln sich zwei ruhige Becken im Schatten alter Bäume, bevölkert von Karpfen, die als heilig gelten und nicht gefangen werden dürfen. Rund um das Wasser reihen sich Moscheen und Gärten aneinander, die den Ort zu einem Mittelpunkt des religiösen und alltäglichen Lebens in der Stadt machen.
Die Altstadt von Şanlıurfa ist ein Labyrinth aus engen Gassen, alten Karawansereien und überdachten Märkten. Wer hier spaziert, entdeckt Handwerksbetriebe, in denen Kupferarbeiten oder Stoffe von Hand gefertigt werden. Die Basare füllen sich jeden Morgen mit Händlern und Einheimischen, die frische Waren und Gewürze kaufen. Innenhöfe mit Brunnen verstecken sich hinter schweren Holztüren. Dieser Teil der Stadt lebt von einem Rhythmus, der sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das Archäologische Museum von Şanlıurfa bewahrt die wichtigsten Funde aus der Region auf, darunter Objekte aus Göbekli Tepe, einer der ältesten bekannten Stätten menschlicher Aktivität. Die Ausstellung führt durch Jahrtausende der Geschichte Obermesopotamiens, von neolithischen Werkzeugen und Skulpturen bis hin zu Überresten späterer Kulturen. Wer die antiken Stätten des Südostens besucht, findet hier den richtigen Ausgangspunkt, um zu verstehen, wie diese Landschaft einmal bewohnt und geformt wurde.
Das Haleplibahçe-Mosaikmuseum in Şanlıurfa zeigt römische Mosaiken, die bei Ausgrabungen in der Nähe der Stadtmauern gefunden wurden. Eines der bekanntesten Stücke zeigt Amazonen zu Pferd und zu Fuß, eine seltene Darstellung in der antiken Mosaikkunst. Die Mosaiken stammen aus der römischen Periode und gehören zu den schönsten erhaltenen Exemplaren in Anatolien. Das Museum befindet sich in einem modernen Gebäude, das eigens für die Präsentation dieser Funde errichtet wurde.
Harran liegt im Südosten der Türkei und ist vor allem für seine kegelförmigen Häuser aus Lehmziegeln bekannt. Diese runden Bauten wurden so entworfen, dass sie die Sommerhitze draußen halten. Das Dorf war einst ein wichtiger Halt auf den Handelsrouten der alten Mesopotamien, und die Überreste seiner Stadtmauern und seiner frühen Moschee sind noch heute sichtbar. Durch die engen Gassen zu laufen bedeutet, durch eine sehr alte Geschichte zu gehen, in der viele Kulturen ihre Spuren auf demselben Boden hinterlassen haben.
Die Ruinen der Universität und der Großen Moschee von Harran stehen mitten in der Altstadt und zeugen von einer Zeit, in der diese Stadt ein wichtiges Zentrum des Wissens und des Glaubens war. Die Große Moschee wurde im 8. Jahrhundert errichtet und gehört zu den ältesten des Landes. Daneben befand sich eine der frühesten Universitäten der islamischen Welt. Heute sind die Mauern teilweise eingestürzt, doch der Turm der Moschee ragt noch immer über die Ebene.
Soğmatar liegt in einer trockenen, felsigen Landschaft östlich von Şanlıurfa. Der Ort war einst ein bedeutendes Kultzentrum, an dem Menschen die Planeten und Sterne verehrten. Zu sehen sind in den Felsen gehauene Heiligtümer, alte Inschriften und Reliefs aus der Zeit, als diese Region Teil der aramäischen Welt war. Wer durch die Ruinen geht, spürt, wie wenig sich dieser Ort im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.
Şuayb Şehri ist eine antike Stätte nahe Şanlıurfa, wo in den Fels gehauene Behausungen und verfallene Mauern in einer halbwüstenartigen Landschaft stehen. Der Ort trägt den Namen des Propheten Jethro und war über viele Jahrhunderte bewohnt. Wer durch die Ruinen geht, entdeckt Höhlen, gemeißelte Treppen und Kammern, die einst zum Alltag dieser Siedlung gehörten.
Halfeti ist ein Dorf am Ufer des Euphrat im Südosten der Türkei. Als der Birecik-Staudamm gebaut wurde, versank ein Teil des alten Dorfes unter Wasser. Die alten Steinhäuser liegen heute auf dem Grund des Flusses, und nur wenige Mauern und Ruinen ragen noch an die Oberfläche. Bootsfahrten führen an diesen versunkenen Überresten entlang, was dem Ort eine seltsam stille Stimmung verleiht. Halfeti ist auch für seine schwarzen Rosen bekannt, die hier unter den besonderen Bodenbedingungen am Flussufer wachsen und anderswo nicht gedeihen.
Das Zeugma-Mosaikmuseum in Gaziantep zeigt eine der größten Sammlungen römischer Mosaiken, die je gefunden wurden. Die Werke stammen aus der antiken Stadt Zeugma, die einst am Ufer des Euphrat lag. Das bekannteste Stück ist das Porträt der sogenannten Zigeunermädchen, ein Frauengesicht, dessen Blick die Besucher festhält. Die Mosaiken wurden gerettet, bevor ein Staudamm Teile des antiken Geländes überflutete.
Die Zitadelle von Gaziantep thront auf einem Hügel im Herzen der Altstadt und überblickt das gesamte Stadtleben. Ihre Mauern und Türme wurden über viele Jahrhunderte gebaut und umgebaut, von den Römern über die Byzantiner bis hin zu den Osmanen. Heute ist sie eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und ein guter Ausgangspunkt, um die Geschichte dieser Region zu verstehen.
Die Altstadt von Gaziantep ist ein Ort, an dem das Handwerk und der Handel seit Jahrhunderten ihren Rhythmus behalten haben. Im Bakırcılar Çarşısı, dem Markt der Kupferhandwerker, formen Männer noch heute Schalen und Kannen von Hand. Die engen Gassen führen an alten Karawansereien und Gewürzständen vorbei, deren Düfte sich in der Luft vermischen. Gaziantep gilt als eine der bedeutendsten Küchenstädte der Türkei, und die Basare spiegeln das bei jedem Schritt wider.
Rumkale erhebt sich auf einem Felsvorsprung an der Stelle, wo der Euphrat und der Merzimen zusammenfließen. Die Festung blickt auf den Canyon hinunter, und von ihren Mauern aus sieht man das Wasser weit unten. In den Fels gehauene Galerien, Türme und alte Mauern zeugen vom Durchzug der Byzantiner, Armenier und Araber über die Jahrhunderte. Ein Teil der Anlage liegt heute unter dem Stausee von Birecik, was dem Ort vom Wasser aus ein eigentümliches Aussehen verleiht.
Yesemek ist eine der ältesten bekannten Bildhauerwerkstätten der Welt. Vor mehr als 3000 Jahren haben hethitische Handwerker hier Basalt aus dem Felsen gebrochen und zu großen Löwen, Sphinxen und anderen Figuren verarbeitet. Viele dieser Skulpturen blieben unvollendet und liegen noch genau dort, wo die Arbeit aufgehört hat. Beim Durchlaufen des Geländes sieht man Werkzeugspuren im Stein und bekommt ein echtes Bild davon, wie eine Werkstatt der Antike funktionierte.
Die Altstadt von Mardin liegt auf einem Felsvorsprung hoch über der mesopotamischen Ebene. Ihre Häuser, Kirchen und Moscheen sind alle aus demselben honigfarbenen Stein gehauen, was dem Ort einen warmen, goldenen Ton verleiht. Die Gassen sind eng und steil, gesäumt von gemeißelten Fassaden und Bogenportalen. Über Jahrhunderte lebten hier Aramäer, Kurden, Araber und Christen verschiedener Konfessionen Seite an Seite.
Das Kloster Deyrulzafaran liegt auf einem Hügel am Rand von Mardin und ist eines der ältesten noch genutzten Klöster der syrisch-orthodoxen Kirche. Die Mauern aus gelbem Kalkstein leuchten unter der Sonne des südostanatolischen Hochlandes. Im Inneren findet man alte Kapellen, Inschriften in aramäischer Sprache und Grabstätten von Patriarchen. Das Kloster war viele Jahrhunderte lang der Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchats und bleibt heute ein Ort des aktiven Gebets und der Erinnerung.
Die Zinciriye Medresesi liegt im Herzen von Mardin, einer Stadt, die wie eine Steinteile über der mesopotamischen Ebene thront. Diese mittelalterliche islamische Schule wurde aus dem hellen Kalkstein der Region gebaut, um einen offenen Hof mit Kuppeln und Bogenarkaden. Von ihren Terrassen aus schweift der Blick weit über die Ebene. Wer durch die Gänge geht, spürt, wie Wissen, Glaube und Alltag im Mittelalter miteinander verflochten waren.
Die Kasımiye Medresesi liegt im Herzen von Mardin, einer Stadt, die sich wie ein Steintheater über die mesopotamische Ebene erhebt. Diese alte Koranschule wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist aus dem hellen Kalkstein der Region gefertigt. Ihr Innenhof lädt zum Verweilen ein, und die sorgfältig gemeißelten Steinbögen zeigen, wie sehr die Handwerker jener Zeit ihr Handwerk beherrschten. Heute kommen Besucher aus aller Welt, um die ruhige Stimmung des Ortes zu erleben und die Arbeit der alten Steinmetze zu bewundern.
Dara, auch Anastasiopolis genannt, liegt in der Nähe von Mardin und gehört zu den am besten erhaltenen antiken Stätten der Region. Die Stadt wurde im 5. Jahrhundert gegründet und diente als byzantinische Grenzfestung gegenüber dem Sassanidenreich. Wer durch das Gelände läuft, entdeckt in den Felsen gehauene Gräber, unterirdische Zisternen und die Überreste von Mauern, die einst eine ganze Stadt umschlossen. Die Stille des Ortes steht im Kontrast zu seiner bewegten Vergangenheit als Schauplatz großer Schlachten.
Das Kloster Mor Gabriel liegt in der Nähe von Midyat und wurde Ende des 4. Jahrhunderts gegründet. Es ist eines der ältesten noch bewohnten christlichen Klöster der Welt. Die Mauern aus gelbem Kalkstein umschließen Kirchen, Höfe und Wohnräume, in denen syrisch-orthodoxe Mönche und Nonnen noch heute leben und beten. Die Liturgie wird in Aramäisch gehalten, der Sprache, die Jesus gesprochen haben soll. Ein Besuch hier führt in eine Welt, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das Dorf Anıtlı, früher als Hah bekannt, liegt in der Nähe von Mardin und gehört zur alten syrischen Christenheit dieser Region. Die Kirche der Jungfrau Maria ist eines der ältesten christlichen Gotteshäuser in der Gegend und wurde in Stein gebaut, der die Jahrhunderte überdauert hat. Die Fassaden tragen Reliefs und Inschriften aus frühen christlichen Zeiten. Im Dorf selbst leben noch heute syrisch-orthodoxe Familien, die ihre Traditionen bewahren. Wer durch die engen Gassen geht, spürt, wie tief die Geschichte hier in den Alltag eingewoben ist.
Die Stadtmauer von Diyarbakır zieht sich als breites schwarzes Band aus Basalt um die Altstadt. Die Steine stammen aus einem nahegelegenen Vulkan und geben den Mauern ihre dunkle, fast schwere Farbe. Entlang der Mauer reihen sich Türme aneinander, von denen man über die Dächer der Stadt und auf das Flusstal des Tigris blicken kann. Dieses Bauwerk ist seit Jahrhunderten das Rückgrat der Stadt, und man spürt beim Gehen, wie viele Epochen hier übereinanderliegen.
Die Hevsel-Gärten liegen zwischen den alten Stadtmauern von Diyarbakır und dem Fluss Tigris. Dieser landwirtschaftliche Streifen wird seit Tausenden von Jahren bewirtschaftet und gehört zum UNESCO-Welterbe. Obstbäume, Gemüsegärten und Felder wechseln sich ab, während das Wasser des Tigris das Land seit der Antike bewässert. Wer hier entlangläuft, versteht, wie eng das Leben der Stadt immer mit diesem fruchtbaren Tal verbunden war.
Die Ulu Cami in Diyarbakır gilt als eine der ältesten Moscheen Anatoliens. Sie steht im Herzen der Altstadt, umgeben von den schwarzen Basaltmauern, die diese Stadt so unverwechselbar machen. Der Innenhof ist weit und offen, mit einem alten Brunnen in der Mitte. Die Gläubigen kommen hier täglich zum Gebet, und Besucher können die Stille des Ortes und die Schwere des Steins auf sich wirken lassen. Das Gebäude trägt Spuren verschiedener Epochen, von der Römerzeit über die seldschukische Periode bis in die islamische Zeit.
Der Hasan Paşa Hanı ist eine alte Karawanserei im Herzen von Diyarbakır. Das Gebäude aus schwarzem Basalt liegt mitten in der Altstadt und war früher ein Treffpunkt für Händler und Reisende. Heute sitzen hier Menschen beim Tee, während um sie herum das Leben des Viertels weitergeht. Von hier aus lässt sich das Viertel Sur zu Fuß erkunden: enge Gassen, Basare und alte Moscheen wechseln sich ab, Stein an Stein.
Die Brücke On Gözlü Köprü überspannt den Tigris am Rand von Diyarbakır und gilt als eine der ältesten noch genutzten Steinbrücken der Region. Ihre zehn Bögen tragen seit Jahrhunderten Fußgänger und Händler. Von der Mitte der Brücke aus sieht man die schwarzen Basaltmauern der Stadt und die Hevsel-Gärten, die zusammen zum UNESCO-Welterbe gehören. Das Wasser fließt träge darunter durch, und an den Ufern wachsen Pappeln.
Der Mont Nemrut ist ein Berggipfel in der Provinz Adıyaman, auf dem König Antiochos I. von Kommagene im 1. Jahrhundert v. Chr. sein Grabheiligtum errichten ließ. Auf etwa 2150 m Höhe stehen riesige Steinköpfe von Göttern und Königen, die einst auf Thronen saßen. Die Köpfe sind im Laufe der Jahrhunderte von ihren Sockeln gefallen und liegen heute im Gras verstreut. Das Gelände gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe.
Arsameia war die Sommerresidenz der Könige von Kommagene, einem kleinen Reich, das vor etwa 2000 Jahren zwischen den großen Mächten der Antike entstand. Auf dem Weg durch das Gelände sieht man Felsreliefs, die Götter und Herrscher zeigen, sowie eine tiefe Felsentreppe, die in ein unterirdisches Heiligtum führt. Von hier oben blickt man auf das Tal des Flusses Nymphaios und die Berge, die Kommagene einst von der übrigen Welt trennten.
Die Cendere-Brücke, auch als Septimius-Severus-Brücke bekannt, überspannt einen Fluss in einer tiefen Schlucht nahe Adıyaman. Sie wurde im 2. Jahrhundert nach Christus erbaut und ist eine der am besten erhaltenen römischen Brücken der Türkei. Wer sie überquert, spürt das Gewicht der Geschichte unter seinen Füßen: die Steine fügen sich noch heute so zusammen, wie die römischen Baumeister sie gesetzt haben. Vier korinthische Säulen markieren die Enden der Brücke, zwei auf jeder Seite. Drei davon stehen noch aufrecht.
Hasankeyf liegt am Ufer des Tigris und ist einer der ältesten bewohnten Orte der Welt. Die Stadt war über Jahrtausende ein Knotenpunkt zwischen Mesopotamien und Anatolien. Nach dem Bau des Ilısu-Staudamms wurde ein Teil der Denkmäler an neue Standorte versetzt, während andere vom Wasser überschwemmt wurden. Wer heute durch Hasankeyf geht, sieht in den Felsen gehauene Höhlen, mittelalterliche Minarette und Brückenreste, die an die Ufer des Tigris erinnern, wie er einst war.
Das Botan-Tal liegt im Südosten der Türkei, nahe der Stadt Siirt, und ist von tiefen Schluchten und steilen Felswänden geprägt. Der Fluss Botan hat das Gestein im Laufe der Jahrhunderte geformt und ein verzweigtes Netz aus engen Tälern und wilden Landschaften hinterlassen. Wer durch das Tal wandert, erlebt eine Natur, die kaum verändert scheint, und versteht, warum diese Region seit dem Neolithikum besiedelt wurde.
Die Festung Zerzevan liegt auf einer Anhöhe in der Provinz Diyarbakır und überblickt die weiten Ebenen der oberen Mesopotamiens. Einst war sie eine römische Garnison, die eine wichtige Route zwischen Ost und West sicherte. Hinter ihren noch aufrecht stehenden Mauern findet man Reste von Gebäuden und, besonders interessant, die unterirdischen Überreste eines Mithras-Heiligtums, wo Soldaten ihrem Glauben nachgingen. Dieser Kult war im römischen Militär weit verbreitet, und das Heiligtum von Zerzevan gehört zu den am besten erhaltenen seiner Art in der Region. Der Ort vermittelt ein klares Bild davon, wie das Leben in einer Grenzgarnison vor etwa 1700 Jahren ausgesehen haben könnte.
Göbekli Tepe liegt auf einem Hügel bei Şanlıurfa und gilt als eine der ältesten bekannten Kultstätten der Welt. Vor mehr als 11 000 Jahren errichteten Menschen hier massive Steinpfeiler, die mit Tieren und Symbolen verziert sind, lange bevor sie sesshaft wurden. Die Ausgrabungen haben erst einen kleinen Teil des Geländes freigelegt, und jeder neue Fund verändert das Bild, das wir von der Frühgeschichte der Menschheit haben. Seit 2018 gehört die Stätte zum UNESCO-Welterbe.
Balıklıgöl, auch als Abrahams Teich bekannt, liegt im Herzen von Şanlıurfa und zieht seit Jahrhunderten Pilger und Besucher an. Nach einer lokalen Überlieferung soll der Prophet Abraham genau hier ins Feuer geworfen worden sein, das sich daraufhin in Wasser verwandelte. Heute spiegeln sich zwei ruhige Becken im Schatten alter Bäume, bevölkert von Karpfen, die als heilig gelten und nicht gefangen werden dürfen. Rund um das Wasser reihen sich Moscheen und Gärten aneinander, die den Ort zu einem Mittelpunkt des religiösen und alltäglichen Lebens in der Stadt machen.
Die Altstadt von Şanlıurfa ist ein Labyrinth aus engen Gassen, alten Karawansereien und überdachten Märkten. Wer hier spaziert, entdeckt Handwerksbetriebe, in denen Kupferarbeiten oder Stoffe von Hand gefertigt werden. Die Basare füllen sich jeden Morgen mit Händlern und Einheimischen, die frische Waren und Gewürze kaufen. Innenhöfe mit Brunnen verstecken sich hinter schweren Holztüren. Dieser Teil der Stadt lebt von einem Rhythmus, der sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das Archäologische Museum von Şanlıurfa bewahrt die wichtigsten Funde aus der Region auf, darunter Objekte aus Göbekli Tepe, einer der ältesten bekannten Stätten menschlicher Aktivität. Die Ausstellung führt durch Jahrtausende der Geschichte Obermesopotamiens, von neolithischen Werkzeugen und Skulpturen bis hin zu Überresten späterer Kulturen. Wer die antiken Stätten des Südostens besucht, findet hier den richtigen Ausgangspunkt, um zu verstehen, wie diese Landschaft einmal bewohnt und geformt wurde.
Das Haleplibahçe-Mosaikmuseum in Şanlıurfa zeigt römische Mosaiken, die bei Ausgrabungen in der Nähe der Stadtmauern gefunden wurden. Eines der bekanntesten Stücke zeigt Amazonen zu Pferd und zu Fuß, eine seltene Darstellung in der antiken Mosaikkunst. Die Mosaiken stammen aus der römischen Periode und gehören zu den schönsten erhaltenen Exemplaren in Anatolien. Das Museum befindet sich in einem modernen Gebäude, das eigens für die Präsentation dieser Funde errichtet wurde.
Harran liegt im Südosten der Türkei und ist vor allem für seine kegelförmigen Häuser aus Lehmziegeln bekannt. Diese runden Bauten wurden so entworfen, dass sie die Sommerhitze draußen halten. Das Dorf war einst ein wichtiger Halt auf den Handelsrouten der alten Mesopotamien, und die Überreste seiner Stadtmauern und seiner frühen Moschee sind noch heute sichtbar. Durch die engen Gassen zu laufen bedeutet, durch eine sehr alte Geschichte zu gehen, in der viele Kulturen ihre Spuren auf demselben Boden hinterlassen haben.
Die Ruinen der Universität und der Großen Moschee von Harran stehen mitten in der Altstadt und zeugen von einer Zeit, in der diese Stadt ein wichtiges Zentrum des Wissens und des Glaubens war. Die Große Moschee wurde im 8. Jahrhundert errichtet und gehört zu den ältesten des Landes. Daneben befand sich eine der frühesten Universitäten der islamischen Welt. Heute sind die Mauern teilweise eingestürzt, doch der Turm der Moschee ragt noch immer über die Ebene.
Soğmatar liegt in einer trockenen, felsigen Landschaft östlich von Şanlıurfa. Der Ort war einst ein bedeutendes Kultzentrum, an dem Menschen die Planeten und Sterne verehrten. Zu sehen sind in den Felsen gehauene Heiligtümer, alte Inschriften und Reliefs aus der Zeit, als diese Region Teil der aramäischen Welt war. Wer durch die Ruinen geht, spürt, wie wenig sich dieser Ort im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.
Şuayb Şehri ist eine antike Stätte nahe Şanlıurfa, wo in den Fels gehauene Behausungen und verfallene Mauern in einer halbwüstenartigen Landschaft stehen. Der Ort trägt den Namen des Propheten Jethro und war über viele Jahrhunderte bewohnt. Wer durch die Ruinen geht, entdeckt Höhlen, gemeißelte Treppen und Kammern, die einst zum Alltag dieser Siedlung gehörten.
Halfeti ist ein Dorf am Ufer des Euphrat im Südosten der Türkei. Als der Birecik-Staudamm gebaut wurde, versank ein Teil des alten Dorfes unter Wasser. Die alten Steinhäuser liegen heute auf dem Grund des Flusses, und nur wenige Mauern und Ruinen ragen noch an die Oberfläche. Bootsfahrten führen an diesen versunkenen Überresten entlang, was dem Ort eine seltsam stille Stimmung verleiht. Halfeti ist auch für seine schwarzen Rosen bekannt, die hier unter den besonderen Bodenbedingungen am Flussufer wachsen und anderswo nicht gedeihen.
Das Zeugma-Mosaikmuseum in Gaziantep zeigt eine der größten Sammlungen römischer Mosaiken, die je gefunden wurden. Die Werke stammen aus der antiken Stadt Zeugma, die einst am Ufer des Euphrat lag. Das bekannteste Stück ist das Porträt der sogenannten Zigeunermädchen, ein Frauengesicht, dessen Blick die Besucher festhält. Die Mosaiken wurden gerettet, bevor ein Staudamm Teile des antiken Geländes überflutete.
Die Zitadelle von Gaziantep thront auf einem Hügel im Herzen der Altstadt und überblickt das gesamte Stadtleben. Ihre Mauern und Türme wurden über viele Jahrhunderte gebaut und umgebaut, von den Römern über die Byzantiner bis hin zu den Osmanen. Heute ist sie eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und ein guter Ausgangspunkt, um die Geschichte dieser Region zu verstehen.
Die Altstadt von Gaziantep ist ein Ort, an dem das Handwerk und der Handel seit Jahrhunderten ihren Rhythmus behalten haben. Im Bakırcılar Çarşısı, dem Markt der Kupferhandwerker, formen Männer noch heute Schalen und Kannen von Hand. Die engen Gassen führen an alten Karawansereien und Gewürzständen vorbei, deren Düfte sich in der Luft vermischen. Gaziantep gilt als eine der bedeutendsten Küchenstädte der Türkei, und die Basare spiegeln das bei jedem Schritt wider.
Rumkale erhebt sich auf einem Felsvorsprung an der Stelle, wo der Euphrat und der Merzimen zusammenfließen. Die Festung blickt auf den Canyon hinunter, und von ihren Mauern aus sieht man das Wasser weit unten. In den Fels gehauene Galerien, Türme und alte Mauern zeugen vom Durchzug der Byzantiner, Armenier und Araber über die Jahrhunderte. Ein Teil der Anlage liegt heute unter dem Stausee von Birecik, was dem Ort vom Wasser aus ein eigentümliches Aussehen verleiht.
Yesemek ist eine der ältesten bekannten Bildhauerwerkstätten der Welt. Vor mehr als 3000 Jahren haben hethitische Handwerker hier Basalt aus dem Felsen gebrochen und zu großen Löwen, Sphinxen und anderen Figuren verarbeitet. Viele dieser Skulpturen blieben unvollendet und liegen noch genau dort, wo die Arbeit aufgehört hat. Beim Durchlaufen des Geländes sieht man Werkzeugspuren im Stein und bekommt ein echtes Bild davon, wie eine Werkstatt der Antike funktionierte.
Die Altstadt von Mardin liegt auf einem Felsvorsprung hoch über der mesopotamischen Ebene. Ihre Häuser, Kirchen und Moscheen sind alle aus demselben honigfarbenen Stein gehauen, was dem Ort einen warmen, goldenen Ton verleiht. Die Gassen sind eng und steil, gesäumt von gemeißelten Fassaden und Bogenportalen. Über Jahrhunderte lebten hier Aramäer, Kurden, Araber und Christen verschiedener Konfessionen Seite an Seite.
Das Kloster Deyrulzafaran liegt auf einem Hügel am Rand von Mardin und ist eines der ältesten noch genutzten Klöster der syrisch-orthodoxen Kirche. Die Mauern aus gelbem Kalkstein leuchten unter der Sonne des südostanatolischen Hochlandes. Im Inneren findet man alte Kapellen, Inschriften in aramäischer Sprache und Grabstätten von Patriarchen. Das Kloster war viele Jahrhunderte lang der Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchats und bleibt heute ein Ort des aktiven Gebets und der Erinnerung.
Die Zinciriye Medresesi liegt im Herzen von Mardin, einer Stadt, die wie eine Steinteile über der mesopotamischen Ebene thront. Diese mittelalterliche islamische Schule wurde aus dem hellen Kalkstein der Region gebaut, um einen offenen Hof mit Kuppeln und Bogenarkaden. Von ihren Terrassen aus schweift der Blick weit über die Ebene. Wer durch die Gänge geht, spürt, wie Wissen, Glaube und Alltag im Mittelalter miteinander verflochten waren.
Die Kasımiye Medresesi liegt im Herzen von Mardin, einer Stadt, die sich wie ein Steintheater über die mesopotamische Ebene erhebt. Diese alte Koranschule wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist aus dem hellen Kalkstein der Region gefertigt. Ihr Innenhof lädt zum Verweilen ein, und die sorgfältig gemeißelten Steinbögen zeigen, wie sehr die Handwerker jener Zeit ihr Handwerk beherrschten. Heute kommen Besucher aus aller Welt, um die ruhige Stimmung des Ortes zu erleben und die Arbeit der alten Steinmetze zu bewundern.
Dara, auch Anastasiopolis genannt, liegt in der Nähe von Mardin und gehört zu den am besten erhaltenen antiken Stätten der Region. Die Stadt wurde im 5. Jahrhundert gegründet und diente als byzantinische Grenzfestung gegenüber dem Sassanidenreich. Wer durch das Gelände läuft, entdeckt in den Felsen gehauene Gräber, unterirdische Zisternen und die Überreste von Mauern, die einst eine ganze Stadt umschlossen. Die Stille des Ortes steht im Kontrast zu seiner bewegten Vergangenheit als Schauplatz großer Schlachten.
Das Kloster Mor Gabriel liegt in der Nähe von Midyat und wurde Ende des 4. Jahrhunderts gegründet. Es ist eines der ältesten noch bewohnten christlichen Klöster der Welt. Die Mauern aus gelbem Kalkstein umschließen Kirchen, Höfe und Wohnräume, in denen syrisch-orthodoxe Mönche und Nonnen noch heute leben und beten. Die Liturgie wird in Aramäisch gehalten, der Sprache, die Jesus gesprochen haben soll. Ein Besuch hier führt in eine Welt, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das Dorf Anıtlı, früher als Hah bekannt, liegt in der Nähe von Mardin und gehört zur alten syrischen Christenheit dieser Region. Die Kirche der Jungfrau Maria ist eines der ältesten christlichen Gotteshäuser in der Gegend und wurde in Stein gebaut, der die Jahrhunderte überdauert hat. Die Fassaden tragen Reliefs und Inschriften aus frühen christlichen Zeiten. Im Dorf selbst leben noch heute syrisch-orthodoxe Familien, die ihre Traditionen bewahren. Wer durch die engen Gassen geht, spürt, wie tief die Geschichte hier in den Alltag eingewoben ist.
Die Stadtmauer von Diyarbakır zieht sich als breites schwarzes Band aus Basalt um die Altstadt. Die Steine stammen aus einem nahegelegenen Vulkan und geben den Mauern ihre dunkle, fast schwere Farbe. Entlang der Mauer reihen sich Türme aneinander, von denen man über die Dächer der Stadt und auf das Flusstal des Tigris blicken kann. Dieses Bauwerk ist seit Jahrhunderten das Rückgrat der Stadt, und man spürt beim Gehen, wie viele Epochen hier übereinanderliegen.
Die Hevsel-Gärten liegen zwischen den alten Stadtmauern von Diyarbakır und dem Fluss Tigris. Dieser landwirtschaftliche Streifen wird seit Tausenden von Jahren bewirtschaftet und gehört zum UNESCO-Welterbe. Obstbäume, Gemüsegärten und Felder wechseln sich ab, während das Wasser des Tigris das Land seit der Antike bewässert. Wer hier entlangläuft, versteht, wie eng das Leben der Stadt immer mit diesem fruchtbaren Tal verbunden war.
Die Ulu Cami in Diyarbakır gilt als eine der ältesten Moscheen Anatoliens. Sie steht im Herzen der Altstadt, umgeben von den schwarzen Basaltmauern, die diese Stadt so unverwechselbar machen. Der Innenhof ist weit und offen, mit einem alten Brunnen in der Mitte. Die Gläubigen kommen hier täglich zum Gebet, und Besucher können die Stille des Ortes und die Schwere des Steins auf sich wirken lassen. Das Gebäude trägt Spuren verschiedener Epochen, von der Römerzeit über die seldschukische Periode bis in die islamische Zeit.
Der Hasan Paşa Hanı ist eine alte Karawanserei im Herzen von Diyarbakır. Das Gebäude aus schwarzem Basalt liegt mitten in der Altstadt und war früher ein Treffpunkt für Händler und Reisende. Heute sitzen hier Menschen beim Tee, während um sie herum das Leben des Viertels weitergeht. Von hier aus lässt sich das Viertel Sur zu Fuß erkunden: enge Gassen, Basare und alte Moscheen wechseln sich ab, Stein an Stein.
Die Brücke On Gözlü Köprü überspannt den Tigris am Rand von Diyarbakır und gilt als eine der ältesten noch genutzten Steinbrücken der Region. Ihre zehn Bögen tragen seit Jahrhunderten Fußgänger und Händler. Von der Mitte der Brücke aus sieht man die schwarzen Basaltmauern der Stadt und die Hevsel-Gärten, die zusammen zum UNESCO-Welterbe gehören. Das Wasser fließt träge darunter durch, und an den Ufern wachsen Pappeln.
Der Mont Nemrut ist ein Berggipfel in der Provinz Adıyaman, auf dem König Antiochos I. von Kommagene im 1. Jahrhundert v. Chr. sein Grabheiligtum errichten ließ. Auf etwa 2150 m Höhe stehen riesige Steinköpfe von Göttern und Königen, die einst auf Thronen saßen. Die Köpfe sind im Laufe der Jahrhunderte von ihren Sockeln gefallen und liegen heute im Gras verstreut. Das Gelände gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe.
Arsameia war die Sommerresidenz der Könige von Kommagene, einem kleinen Reich, das vor etwa 2000 Jahren zwischen den großen Mächten der Antike entstand. Auf dem Weg durch das Gelände sieht man Felsreliefs, die Götter und Herrscher zeigen, sowie eine tiefe Felsentreppe, die in ein unterirdisches Heiligtum führt. Von hier oben blickt man auf das Tal des Flusses Nymphaios und die Berge, die Kommagene einst von der übrigen Welt trennten.
Die Cendere-Brücke, auch als Septimius-Severus-Brücke bekannt, überspannt einen Fluss in einer tiefen Schlucht nahe Adıyaman. Sie wurde im 2. Jahrhundert nach Christus erbaut und ist eine der am besten erhaltenen römischen Brücken der Türkei. Wer sie überquert, spürt das Gewicht der Geschichte unter seinen Füßen: die Steine fügen sich noch heute so zusammen, wie die römischen Baumeister sie gesetzt haben. Vier korinthische Säulen markieren die Enden der Brücke, zwei auf jeder Seite. Drei davon stehen noch aufrecht.
Hasankeyf liegt am Ufer des Tigris und ist einer der ältesten bewohnten Orte der Welt. Die Stadt war über Jahrtausende ein Knotenpunkt zwischen Mesopotamien und Anatolien. Nach dem Bau des Ilısu-Staudamms wurde ein Teil der Denkmäler an neue Standorte versetzt, während andere vom Wasser überschwemmt wurden. Wer heute durch Hasankeyf geht, sieht in den Felsen gehauene Höhlen, mittelalterliche Minarette und Brückenreste, die an die Ufer des Tigris erinnern, wie er einst war.
Das Botan-Tal liegt im Südosten der Türkei, nahe der Stadt Siirt, und ist von tiefen Schluchten und steilen Felswänden geprägt. Der Fluss Botan hat das Gestein im Laufe der Jahrhunderte geformt und ein verzweigtes Netz aus engen Tälern und wilden Landschaften hinterlassen. Wer durch das Tal wandert, erlebt eine Natur, die kaum verändert scheint, und versteht, warum diese Region seit dem Neolithikum besiedelt wurde.
Die Festung Zerzevan liegt auf einer Anhöhe in der Provinz Diyarbakır und überblickt die weiten Ebenen der oberen Mesopotamiens. Einst war sie eine römische Garnison, die eine wichtige Route zwischen Ost und West sicherte. Hinter ihren noch aufrecht stehenden Mauern findet man Reste von Gebäuden und, besonders interessant, die unterirdischen Überreste eines Mithras-Heiligtums, wo Soldaten ihrem Glauben nachgingen. Dieser Kult war im römischen Militär weit verbreitet, und das Heiligtum von Zerzevan gehört zu den am besten erhaltenen seiner Art in der Region. Der Ort vermittelt ein klares Bild davon, wie das Leben in einer Grenzgarnison vor etwa 1700 Jahren ausgesehen haben könnte.
Nehmen Sie sich die nötige Zeit, um die örtlichen archäologischen Museen zu erkunden, bevor Sie die Stätten besuchen. Ein Besuch im Museum von Şanlıurfa oder in Zeugma hilft Ihnen, das, was Sie vor Ort sehen werden, besser zu verstehen, denn viele bedeutende Stücke werden dort aufbewahrt. Die ausgestellten Objekte erhellen die Geschichte der Orte und machen Ihre Reisen bedeutungsvoller.