Gen'ei-bon Kokin Wakashū, Klassisches Manuskript im Nationalmuseum Tokyo, Japan
Der Gen'ei-bon Kokin Wakashū ist ein handgeschriebenes Manuskript aus der Heian-Zeit, das zur Sammlung des Tokioter Nationalmuseums gehört und auf traditionellem japanischem Washi-Papier gefertigt wurde. Der Name verweist auf das Jahr Gen'ei, in dem es entstand, sowie auf das Kokin Wakashū, die berühmte Gedichtanthologie, die es enthält.
Das Manuskript wurde im Jahr 1120 von Fujiwara no Sadazane angefertigt, einem Kalligrafen, der am Hof der Heian-Zeit aktiv war. Es entstand in einer Epoche, in der das Abschreiben klassischer Texte zu den höchsten kulturellen Tätigkeiten zählte.
Die Gedichte im Manuskript stammen aus der Kokin Wakashū, der ersten kaiserlich beauftragten Anthologie japanischer Lyrik, die am Hof als Maßstab galt. Wer das Manuskript betrachtet, sieht eine Kalligrafie, die nicht nur Text überträgt, sondern selbst als Kunstform behandelt wird.
Das Manuskript befindet sich im Tokioter Nationalmuseum im Ueno-Park, Taitō-ku, einem der zugänglichsten Museumskomplexe der Stadt. Da solche Objekte oft nur zeitweise ausgestellt werden, lohnt es sich, vor dem Besuch zu prüfen, ob es gerade gezeigt wird.
Obwohl das Manuskript als Nationalschatz Japans eingestuft ist, war es lange Zeit im Privatbesitz der Familie Mitsui, einem der einflussreichsten Kaufmannshäuser des Landes. Viele Objekte mit ähnlichem Status gelangten erst im 20. Jahrhundert in öffentliche Sammlungen, nachdem sie Jahrhunderte lang in privaten Händen verblieben waren.
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