Chiloé, Pazifikinsel in der Region Los Lagos, Chile
Chiloé erstreckt sich über 190 Kilometer entlang der chilenischen Südküste und bietet dichte Wälder, Berge und weitläufige Küstenabschnitte mit zahlreichen Meereslebewesen. Die Landschaft wechselt zwischen bewaldeten Hügeln im Inneren und felsigen Buchten, die von kalten Strömungen des Pazifiks umspült werden.
Spanische Kolonisatoren übernahmen 1567 die Kontrolle und gründeten die Stadt Castro, wobei ihre Präsenz bis zur chilenischen Unabhängigkeit 1826 andauerte. In dieser Zeit entstand die besondere Holzarchitektur, die noch heute das Bild der Insel prägt und sich von den Baustilen auf dem Festland unterscheidet.
Die Bewohner bauten ihre Häuser auf Holzstelzen entlang der Küste und schufen damit Viertel, die mit den täglichen Gezeiten steigen und sinken. Diese Art der Architektur, palafitos genannt, prägt noch heute viele Orte entlang des Wassers und zeigt, wie Menschen hier seit Generationen mit dem Meer leben.
Regelmäßige Fährdienste verbinden die Insel mit dem chilenischen Festland über den Chacao-Kanal, wobei den ganzen Tag über Überfahrten von mehreren Terminals verfügbar sind. Die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten, und die Schiffe verkehren auch bei wechselndem Wetter, sodass Reisende meist keine längeren Wartezeiten einplanen müssen.
Über 150 traditionelle Holzkirchen aus der Kolonialzeit stehen heute als UNESCO-Welterbestätten und bilden eine der größten Konzentrationen religiöser Holzarchitektur in Südamerika. Viele dieser Kirchen kombinieren europäische Formen mit lokalen Bautechniken, die ohne Nägel auskommen.
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