Santiaguito, Aktiver Lavadomplex im Departamento Quetzaltenango, Guatemala.
Santiaguito ist ein aktiver Lavakomplex im Departamento Quetzaltenango in Guatemala, der aus vier unterschiedlichen Domen besteht: El Caliente, La Mitad, El Monje und El Brujo. El Caliente zeigt derzeit die stärkste vulkanische Aktivität und stößt regelmäßig Aschewolken sowie pyroklastische Ströme aus, während die anderen Dome weitgehend ruhend verharren und von dichter Vegetation bedeckt sind.
Der Komplex begann 1922 zu wachsen, nachdem der Vulkan Santa María 1902 bei einer gewaltigen Eruption rund 8 Kubikkilometer Magma ausgestoßen hatte. Seitdem ist der Ausbruch ununterbrochen aktiv geblieben und hat im Laufe der Jahrzehnte die vier Dome aufgebaut, die heute das Massiv bilden.
Die indigenen Gemeinschaften der Region nennen den Vulkankomplex in ihrer K'iche'-Sprache Gagxanul und integrieren seine Eruptionen in ihre überlieferten Erzählungen. Für die Bewohner der umliegenden Dörfer gehört das gelegentliche Grollen und der Ascheregen zum Alltag, weshalb sie gelernt haben, mit der ständigen Präsenz des aktiven Vulkans zu leben und ihre landwirtschaftlichen Tätigkeiten entsprechend anzupassen.
Besucher müssen bei den örtlichen Behörden eine Genehmigung einholen und zertifizierte Führer engagieren, um zu den Aussichtspunkten zu gelangen, von denen aus man die kleinen Eruptionen beobachten kann. Der Aufstieg verläuft über steile und teilweise lose Pfade, daher sind festes Schuhwerk und eine gute körperliche Kondition notwendig.
Die fast durchgehende Eruptionsaktivität seit über 100 Jahren zählt zu den längsten dokumentierten Ausbruchssequenzen weltweit. Wissenschaftler nutzen den Ort häufig, um vulkanische Prozesse in Echtzeit zu untersuchen und Vorhersagemodelle zu verbessern.
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