Lago Ritóm, Stausee im Kanton Tessin, Schweiz
Der Lago Ritom ist ein Stausee im Pioratal, einem Seitental der Leventina in der Gemeinde Quinto im Tessin. Er ist glazialen Ursprungs und wurde für das Ritom-Kraftwerk der Schweizerischen Bundesbahnen erweitert. Sein Wasser staut eine 309 Meter lange und 23 Meter hohe Gewichtsstaumauer aus dem Jahr 1950; nördlich liegt der kleine Lago di Tom.
Das erste Staudamm am Lago Ritom wurde 1918 gebaut, um Wasser für die Stromerzeugung zu speichern. 1950 wurde der Damm erhöht, um mehr Wasser fassen zu können und damit die Stromproduktion für die Gotthard-Eisenbahn und die umliegenden Gemeinden zu verstärken.
Der Name Ritom stammt vom Ri di Tom, dem Bach aus dem darüber liegenden Lago di Tom, bedeutet also wörtlich «See des Tom-Bachs». Im See leben Bachforelle, Kanadische Seeforelle, Regenbogenforelle, Seesaibling, Bachsaibling und Elritze. Die Standseilbahn von Piotta ist 1369 m lang, erreicht maximal 87,8 % Neigung und zählt zu den steilsten der Welt.
Der See ist zu Fuss über alte Maultierpfade, über eine Fahrstrasse oder mit der Standseilbahn Piotta–Ritom erreichbar, die entlang der Druckleitung ab Piotta auf 1.007 m verläuft; sie ist 1.369 m lang und erreicht eine maximale Steigung von 87,8 %. Bei der Staumauer steht eine Unterkunft. Die Mauer ist 309 m lang und 23 m hoch, doch wegen des porösen Untergrunds im oberen Bereich kann der See nicht vollständig gefüllt werden.
Beim Bau der Staumauer starben laut lokalen Berichten Arbeiter, nachdem sie Seewasser getrunken hatten. Das gilt als Hinweis, dass der ursprüngliche Lago Ritom wie heute der Lago di Cadagno meromiktisch war: Seine Wasserschichten blieben getrennt und vermischten sich nicht saisonal.
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