St. Laurenzen, Gotische Kirche in der Innenstadt von St. Gallen, Schweiz
Die Kirche St. Laurentius ist ein gotisches Gotteshaus in der Innenstadt von St. Gallen mit charakteristischen Spitzbögen, Rippengewölben und Strebepfeilern. Der Innenraum wird durch farbige Glasfenster, Altäre und Skulpturen geprägt, die das Gesamtbild dieses Sakralbaus bestimmen.
Der erste Vorgängerbau stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts; die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung findet sich in einem Dokument von 1225, und bereits 1235 hatte St. Laurenzen unter der Fürstabtei den Rang einer Pfarrkirche. Am 10. Dezember 1359 wurde die Pfarrkirche mit ihren Kaplaneien und Einkünften in das Stift inkorporiert. Eine Vereinbarung von 1413 leitete den Übergang des Kirchenregiments an den Stadtrat ein, bestätigt durch den Vertrag von Bischofszell 1509.
Die Kirche ist dem heiligen Laurentius von Rom gewidmet, dessen Name noch heute die Pfarrei trägt. Seit der Reformation ist sie die Hauptkirche der reformierten Stadt und dient weiterhin als Versammlungsraum der Ortsbürger. 1995 zog der frisch geweihte Bischof Ivo Fürer in St. Laurenzen ein, weil die Kathedrale für die Weihe zu klein war.
St. Laurenzen steht an der Marktgasse, wenige Schritte vom Marktplatz und rund 300 Meter vom Klosterbezirk entfernt; in der Nähe liegen die Scheidemauer und das Karlstor von 1566, die einst die reformierte Stadt vom fürstäbtischen Gebiet trennten. Die Kirche ist noch heute der Versammlungsraum der Ortsbürger und dient neben den Gottesdiensten auch bürgerlichen Versammlungen; ein Blick auf das Anschlagbrett der Kirchgemeinde lohnt sich vor dem Öffnen der Tür.
Am 5. Juni 1995 zog der frisch geweihte Bischof Ivo Fürer feierlich in St. Laurenzen ein, weil die Weihe aus Platzmangel von der Kathedrale dorthin übertragen worden war; die reformierte Kirchgemeinde hatte dies für die Ökumene angeboten. Sein Nachfolger Markus Büchel wurde 2006 ebenfalls dort geweiht und bot der Gemeinde dafür einmal den Dom an.
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