Schloss Haldenstein, Mittelalterliche Burg in Haldenstein, Schweiz
Schloss Haldenstein ist ein Schloss mit burgartigem Charakter in der Ortschaft Haldenstein, heute Teil von Chur. Es besteht aus vier dreigeschossigen Gebäudeteilen, die um einen Hof mit einem Brunnen aus den 1890er Jahren gruppiert sind. An den Gartenecken stehen zwei Mauertürme, zwei Treppentürme grenzen an den Nord- und Südflügel. Vom Südtrakt ragen zwei kurze Gebäudeflügel gegen Osten und Westen vor.
Das Schloss Haldenstein wurde 1544–48 von Jean Jacques de Castion, dem französischen Gesandten bei den Drei Bünden, anstelle eines älteren Steinhauses im Dorf errichtet; 1545 war der Rohbau vollendet. Es zeigt den Übergang von der Burg zum Schloss in Graubünden. 1656 teilten die Brüder Schauenstein den Besitz durch Losentscheid entlang der Längsachse, 1729 vereinte Gubert von Salis die Hälften wieder. Ein Brand zerstörte am 27. Juni 1732 weite Teile, doch schon ein Jahr später war die Anlage wiederhergestellt.
Der Name des Schlosses stammt vom Dorf Haldenstein, und der Bau war bis 1803 Sitz einer kleinen, dem Bischof von Chur unterstellten Herrschaft. Seit 2001 findet im Innenhof alle zwei Jahre im August die Schlossoper Haldenstein statt, und die Räume werden weiterhin für kulturelle Anlässe genutzt.
Das Schloss steht im Dorf Haldenstein selbst, nicht auf der Höhe darüber; die Ruine der alten Burg Haldenstein liegt auf dem Grat. Heute sind darin die Gemeindeverwaltung, der Archäologische Dienst Graubündens und ein Café untergebracht; Innenhof, Garten und Räume können bei der Stiftung für Anlässe gemietet werden.
Der wertvollste Raum des Schlosses, das Prunkzimmer im Südtratt, verlor 1884 Täfer und Ofen, die an das Deutsche Gewerbemuseum in Berlin verkauft wurden; das Holz ist heute im Schloss Köpenick zu sehen. Eine Rundscheibe von 1587 mit dem Wappen der Schauenstein und Familienbilder der von Salis bewahrt das Rätische Museum in Chur.
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