Rotes Rathaus, Rathaus in Mitte, Deutschland
Das Rote Rathaus ist Berlins Rathaus, ein quadratischer Backsteinbau an der Rathausstraße nahe dem Alexanderplatz. Seine vier Flügel von je 99 m Seitenlänge umschließen drei Innenhöfe, und die Fassade steigt 27 m bis zu einem umlaufenden Hauptgesims an. Der Mittelturm erreicht 74 m bis zur Balustrade und 94 m bis zur Spitze; das 4,75 m große Zifferblatt lieferte Johann Mannhardt.
Der Bau begann 1861 unter Architekt Hermann Friedrich Waesemann und wurde 1871 fertiggestellt. Das Gebäude wurde danach zum Sitz der Berliner Verwaltung und prägt seitdem das Stadtzentrum.
Der Terrakottafries am Balkon im ersten Obergeschoss, zwischen 1876 und 1879 von Ludwig Brodwolf, Alexander Calandrelli, Otto Geyer und Rudolf Schweinitz geschaffen, besteht aus 36 Reliefplatten von 4 mal 6 Metern mit Ereignissen der Geschichte Berlins und Brandenburgs vom 12. Jahrhundert bis zur Reichsgründung 1871. Am Turm sitzen in kleinen Erkern acht Wappenbären aus farbig glasierter Tonerde nach Entwürfen von Friedrich Wilhelm Wolff.
Der Haupteingang ist die große Portalnische an der Rathausstraße gegenüber dem Turm; das Gebäude füllt einen ganzen Block von 99 × 99 m, die übrigen Fassaden liegen an Jüdenstraße, Spandauer Straße und Gustav-Böß-Straße. Die Turmplattform ist über 375 Stufen erreichbar, aber nicht zugänglich; im Turm brüten Wanderfalken. Im Block liegen drei Innenhöfe, von denen einer seit den 2000er Jahren für große Empfänge ein Glasdach erhielt.
Die Fassade zeigt Reliefplastiken, die Szenen des täglichen Berliner Lebens darstellen - von Handwerkstätigkeiten bis zu Gerichtsverhandlungen. Diese plastischen Darstellungen bieten einen seltenen visuellen Einblick in die sozialen Unterschiede und Aktivitäten der Stadt im 19. Jahrhundert.
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