Abtei Herstelle, Benediktinerabtei in Beverungen, Deutschland
Die Abtei Herstelle, auch Abtei vom Heiligen Kreuz genannt, liegt auf dem Burgberg über der Weser in Herstelle, einem Stadtteil von Beverungen. Die Benediktinerinnen nutzen die Gebäude eines ehemaligen Minoritenklosters: die 1732–1734 errichtete Kirche St. Antonius von Padua und die aus 185 Stufen bestehende Klostertreppe, die einst als Schul- und Kirchweg diente.
Das Kloster entstand 1899 auf dem Gelände eines früheren Minoritenklosters und erhielt 1924 seinen Status als Abtei. Die Zugehörigkeit zur Beuroner Kongregation prägte seine spirituelle und kirchliche Ausrichtung.
Die Liturgie der Abtei trägt die Handschrift Odo Casels, der von 1922 bis 1948 als Spiritual wirkte; seine Mysterientheologie zeigte sich in der Orantenhaltung beim Eucharistischen Hochgebet und beim Vaterunser in Laudes und Vesper. Ab 1935 leitete er Osternachtsfeiern nach Vorbildern der Alten Kirche, bevor diese offiziell erlaubt waren. Die Veröffentlichungen der Schwester Aemiliana Löhr machten seine Gedanken bekannt, und Schwester Agnes Eickhoff trug Vertonungen der Antiphonen für das deutsche Offizium bei.
Das Kloster ist mit dem Auto erreichbar und liegt im Raum Beverungen mit verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten in der Umgebung. Besucher sollten sich vorab über Öffnungszeiten erkundigen, da es ein aktives Kloster mit regelmäßigen Gebetszeiten ist.
Die 185 Stufen zählende Klostertreppe hinauf zum Burgberg, früher Schul- und Kirchweg, stammt noch aus der Zeit der Minoriten. Die Brüder kamen 1657 nach Herstelle, nachdem sie aus Höxter vertrieben worden waren; der Paderborner Fürstbischof Dietrich Adolf von der Recke überließ ihnen das Pfarrhaus.
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