Fürstenzug, Porzellan-Wandgemälde an der Augustusstrasse, Dresden, Deutschland
Der Fürstenzug ist ein Wandbild aus Porzellan an der Nordseite der königlichen Stallungen in Dresden, das sich über mehr als hundert Meter erstreckt und aus nahezu 24.000 Fliesen aus Meißen besteht. Die Komposition zeigt eine Prozession sächsischer Herrscher auf Pferden, die in aufwendigen historischen Gewändern dargestellt sind und einzeln auf der Wand verfolgt werden können.
Wilhelm Walther schuf das ursprüngliche Werk im Jahr 1876 mit der Sgraffito-Technik auf dem Putz der Stallwand. Zwischen 1904 und 1907 ersetzten Künstler das gesamte Bild durch haltbare Porzellanfliesen, um es vor Witterung und Verfall zu schützen.
Der Name stammt vom mittelalterlichen Wort für die Herren des sächsischen Herrschergeschlechts, die hier zu Pferd und in historischen Gewändern dargestellt sind. Heute kommen Besucher nah an die Wand heran, um die Details der Rüstungen und Gesichter in den glänzenden Keramikfliesen zu betrachten.
Das Wandbild verläuft entlang der Augustusstraße zwischen Schlossplatz und Neumarkt, sodass Besucher die gesamte Länge zu Fuß abgehen können. Tageslicht bringt die glasierten Fliesen zum Leuchten, daher sind die mittleren Stunden des Tages günstig für die Betrachtung.
Bei den Bombenangriffen von 1945 blieb das Porzellangemälde fast vollständig erhalten, während die meisten Gebäude ringsum zerstört wurden. Nur etwa zweihundert der vielen Tausend Fliesen mussten nach dem Krieg ausgetauscht werden.
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